Sophia Bogner und Paul Hertzberg sind vier Jahre durch afrikanische Länder gereist, immer auf der Suche nach erfolgreichen Unternehmer*innen. Die beiden sind fündig geworden und haben die zentrale Erkenntnis mitgebracht, dass dort niemand auf uns Europäer wartet.

"Wir wissen immer noch zu wenig über Afrika."
Sophia Bogner und Paul Hertzberg

Zu dem ostafrikanischen Land hat Sophia einen persönlichen Bezug, denn ihre Mutter kommt aus Äthiopien. "Ansonsten hatte ich vor unseren Reisen aber keine große Beziehung zu Afrika", sagt sie. Nach der Journalistenschule haben sich Sophia und Paul überlegt, gemeinsam durch Afrika zu reisen.

"Unser erstes Land war Ghana", erinnert sich Paul. Danach sind in vier Jahren zahlreiche der mehr als insgesamt 50 afrikanischen Länder dazugekommen, darunter außerdem: Kenia, Senegal, Südafrika, Ruanda, Uganda und Mosambik. "Mosambik ist eines der schönsten Länder der Welt, aber auch eines der kaputt-regiertesten", sagt Paul.

Jagd und Artenschutz

Im Norden des Landes liegt das Niassa Game Reserve, ein Naturschutzgebiet. Dort arbeitet Derek Littleton als Wildlife Manager. Er will das Naturschutzgebiet erhalten, nutzt dabei aber in gewissen Gebieten des Areals die Großwildjagd, um Einkünfte zu erwirtschaften.

Diese können dann wiederum in den Schutz des restlichen Gebietes fließen. "Das nimmt mich bis heute mit", sagt Paul. "Denn das ist ein unglaublich kontroverses Thema."

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Kombiniert Großwildjagd und Naturschutz: Derek Littleton
"Viele dieser Erfolgsgeschichten haben nichts mit uns Europäern zu tun."
Sophia Bogner und Paul Hertzberg

Mit ihren Geschichten wollen Sophia Bogner und Paul Hertzberg eine neue Perspektive auf die verschiedenen Länder und den Kontinent ermöglichen. "Es gibt immer noch viele Vorurteile von außen", sagt Sophia. "Können die das überhaupt? Oder: Die sind doch alle korrupt!"

Investoren aus Europa tun sich deswegen weiter schwer: "Ein Unternehmer hat uns gesagt: Die haben eine Scheißangst, wenn die in Afrika investieren. Investiert haben in dem Fall am Ende die Chinesen." sagt Paul.

Made in Africa ist noch keine Marke

Doch auch innerhalb afrikanischer Länder gilt immer noch häufig das Klischee: "Wenn ein afrikanischer Unternehmer etwas macht, ist es nicht unbedingt genauso gut, als wenn ein deutscher Unternehmer es macht. Es gibt noch kein Gefühl: Made in Africa.", erzählt Sophia. Die Geschichten der Unternehmer*innen haben die beiden gerade in einem Buch veröffentlicht: "Jenseits von Europa".

"Ich bin härter und ungeduldiger geworden, was das geringe Wissen vieler Europäer angeht."
Paul Hertzberg

Im Deep Talk bei Sven Preger erzählen Sophia Bogner und Paul Hertzberg von den Unternehmer*innen, die sie getroffen haben. Und was wir von ihnen lernen können.

Empfehlungen aus dem Beitrag:
  • Sophia Bogner & Paul Hertzberg: Jenseits von Europa. Econ 2022.
  • Deep Talk
  • Moderator:  Sven Preger
  • Gesprächspartnerin:  Sophia Bogner, Journalistin und Afrikareisende
  • Gesprächspartner:  Paul Hertzberg, Journalist und Afrikareisender