Einmal ins Klo gekippt - seitdem verbreiten sich Alligatoren in der New Yorker Kanalisation. Stimmt's? Wir fragen unseren Tierexperten Mario Ludwig.

Ein New Yorker Floridaurlauber soll seinem Sprössling als Reisepräsent einen kleinen Alligatoren mitgebracht haben. Das war in den 1930er Jahren. Weil das Kind dem Spielzeug überdrüssig wurde, setzen die Familie das über die Toilette aus. Abziehen - fertig.

Die heimliche Kanalpopulation

Seitdem sei die Reptilienpopulation in New York sprunghaft angestiegen, erzählt Tierexperte Mario Ludwig. Die Alligatoren würden sich von Ratten und Hundeleichen ernähren. Kanalligatoren sind seitdem ein gefundenes Fressen für die Medien. Immer wieder berichten sie über Übergriffe der gefräßigen Kanalpopulation, allein die New York Times hat in den vergangenen hundert Jahren fünfzehnmal über Metropolenalligatoren berichtet.

Das Ende des Märchens

Dass sich die Reptilien in der Kanalisation aufhalten und dort vermehren würden, hält Mario Ludwig für ein schönes Märchen. Vermutlich werden immer wieder Alligatoren und Kaimane von Terrarienbesitzern ausgesetzt, obwohl in New York der Besitz der Tiere verboten ist.

"Reptilienkundler sagen, das ist gleich aus mehreren Gründen völlig unmöglich, dass Alligatoren und Kaimane über einen längeren Zeitraum in der New Yorker Kanalisation überleben könnten."
Mario Ludwig, Tierexperte

Abgesehen davon sind die Überlebenschancen für die Echsen in der New Yorker Kanalisation gleich null. Im Winter würde es für die Tier viel zu kalt werden. Außerdem seien sie keine Aasfresser, sagt unser Tierexperte. Und schließlich brauchen die Reptilien die Sonne zur Vitamin-D-Produktion, sonst bekommen sie ein ernsthaftes Osteoporoseproblem.

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