Es ist kostengünstig, ökologisch und schnell, passt also genau in unsere Zeit: Bei der Resomation wird der Leichnam in Kalilauge aufgelöst bis auf die Knochen.

Die Resomation findet in einem Edelstahltank statt, der wie ein Schnellkochtopf funktioniert. Darin wird die Leiche mit Wasser und der Kalilauge auf 150 Grad erhitzt. Das Ganze nennt sich alkalische Hydrolyse und dauert zwei bis drei Stunden. Danach ist von der Leiche nichts weiter übrig als eine braune Flüssigkeit so zäh wie Motoröl, die übel nach Ammoniak stinkt, und Knochen.

"Das hat natürlich auch Risiken: Die Chemie, die ein Verstorbener durch Medikamenteneinnahme vor dem Sterben in sich hat, wird durch die Kochprozedur nicht ausgefällt."
Rolf Lichtner, Bundesverband Deutscher Bestatter

Die Leiche in den Abfluss schütten

Die Knochen werden zu einem Pulver zermahlen. Die Flüssigkeit kann bedenkenlos in den Abfluss gegossen werden. Beigesetzt wird dann das Pulver in einer Urne. In den USA ist die Resomation für die Bestattung von Menschen in mindestens acht Bundesstatten zugelassen. Auch in Großbritannien, Kanada und Australien kommt die Methode zur Anwendung. In Belgien und den Niederlanden wird derzeit geprüft, ob diese chemische Bestattung zugelassen werden soll.

Braucht Trauer einen Ort?

Kirchen und Bestattungsunternehmen äußern Bedenken: Es sei unwürdig, die Überreste eines menschlichen Körpers einfach den Abfluss hinunter zu spülen. Aus trauerpsychologischer Sicht sei die Auflösung des Körpers nicht wünschenswert, denn Trauer brauche einen Ort.

"Akzeptanz für eine solche Beseitigung - ich sage bewusst Beseitigung - ist überhaupt nicht ausgeprägt."
Rolf Lichtner, Bundesverband Deutscher Bestatter

Die Resomation kommt aus dem Bereich der Tierkadaverbeseitigung. Diese Form der Beseitigung von Tierkadavern auf die Bestattung von Menschen zu übertragen, setzt eine große Akzeptanz in der Bevölkerung und die Änderung von Gesetzen voraus, erklärt Rolf Lichtner.

Nicht rückstandslos

Der niederländische Umweltexperte Gatze Lettinga zweifelt allerdings an der Umweltfreundlichkeit der Methode. Schließlich benötige man mehrere hundert Liter Wasser, viel Energie und aggressive Chemikalien für eine Leichenauflösung. Das Abwasser sei auch nicht unbedenklich, sondern stark verschmutzt und alkalisch.

Schockgefroren pulverisiert

In Schweden entwickelte die ehemalige Umweltinspektorin Susanne Wiigh-Mäsak die Methode der Promession. Für sie ist das bisher die umweltfreundlichste Methode der Bestattung. Dabei wird der Leichnam auf minus 18 Grad heruntergekühlt und danach mit flüssigem Stickstoff auf minus 196 Grad schockgefroren. Jetzt ist der Körper brüchig und zerfällt durch Vibration in ein feines Granulat. Dann wird Wasser entzogen und Metalle wie Zahnfüllungen entfernt. Das übrig gebliebene Pulver kann dann in einer kompostierbaren Urne unter der Erde bestattet werden. So würden die menschlichen Überreste auch noch einen hervorragenden Humus liefern.

"Leider hat sich erwiesen, dass in der Praxis die Promession nicht durchführbar ist. Es gibt auf der Welt noch keine Anlage, die so etwas leistet."
Rolf Lichtner, Bundesverband Deutscher Bestatter

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