Erdmännchen wirken extrem putzig, aber ihre Revierkämpfe haben es in sich: Sie treten in Clans gegeneinander an und manchmal enden die Kämpfe tödlich.

Ein Forschungsteam hat in Südafrika beobachtet, wie Erdmännchen-Clans aufeinander losgehen. Zuerst wird der feindliche Clan kritisch begutachtet. Später jagen sich die Tiere gegenseitig und führen sogar einen Kriegstanz auf. Um das herauszufinden, haben die Forschenden die Erdmännchen elf Jahre lang begleitet.

"Wenn es zum Kampf kommt, überlebt das oft mindestens ein Männchen nicht."
Tobias Jobke, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Erdmännchen versuchen dabei, ihre Gegner mit Drohgebärden einzuschüchtern. Dabei heben sie ihren Schwanz und plustern sich auf. In über 80 Prozent der Auseinandersetzungen zieht sich ein Clan zurück, um in den Bau der rivalisierenden Gruppe einzudringen. In 9 Prozent der Fälle kommt es zum Kampf.

Meistens gewinnt dabei der größere Clan oder der mit mehr Jungtieren. Die Forschenden vermuten, dass die jüngeren Tiere deutlich aggressiver sind, weil sie Angst um ihren Nachwuchs haben.

"Erdmännchen markieren ihr Revier mit Duftmarken und Kot, denn sie sind territoriale Tiere."
Tobias Jobke, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der unterlegene Clan verliert dann einen Teil seines Reviers. Doch ein großes Revier mit genügend Nahrungsquellen ist in der südafrikanischen Wüste überlebenswichtig. Um ihr Revier zu verteidigen, arbeiten manche Clans auch zusammen. Obwohl Erdmännchen also durchaus aggressiv sein können, verhalten sie sich innerhalb ihrer Gruppe sehr sozial.