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Kochen ohne Herd und mit haltbaren Lebensmitteln? So schlimm wie das klingt, ist es nicht. Ein Blick auf 50 Notfallrezepte.

Auch im Notfall soll die kochende Bevölkerung etwas kulinarische Abwechslung haben, findet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Sein Notfallkochbuch soll eine Anleitung sein, kleine Mahlzeiten ohne Strom und fließendes Wasser zuzubereiten.

50 Mahlzeiten für den Notfall

Die Mitarbeitende der Behörde haben aus rund 500 Rezepteinsendungen 50 ausgewählt. Es sei dabei auch um Kreativität gegangen. Allgemeine Tipps zu Vorratshaltung und ein paar Ernährungsideale sind auch in dem Büchlein. Unser Reporter Martin Schütz hat sich die spezielle Gattung der Notfallmahlzeiten aus der Nähe angesehen.

"50 Rezepte, die du teilweise ohne Gaskocher, Feuerstelle und Wasser zubereiten kannst. Das Ganze mit Lebensmitteln, die eigentlich die meisten in ihrem Vorratsschrank haben oder haben sollten."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Für zehn Tage sollte der Vorrat an Lebensmittel und Getränke in jedem Haushalt reichen, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Pro Person wären das beispielsweise 20 Liter Wasser, zwei bis drei Liter H-Milch, Obst und Gemüse aus der Dose, Nüsse, Reis. Auch Kerzen gehören in diesen Vorrat. Er wisse allerdings nicht, wo er das alles einlagern solle, sagt Martin.

Ein Salat aus dem Glas

Grundsätzlich nehme das Buch Rücksicht auf Menschen, die nicht schon professionelle Prepper sind, sagt Martin. Es gibt darin also Rezepte, die sich kalt oder mithilfe von Teelichtern, Fondue-Töpfen, Holzkohlegrills oder mit Gaskochern zubereiten lassen. Zubereiten würde er vielleicht den einfachsten Rotkohlsalat der Welt. Der Salat wird völlig ohne wärmendes Stövchen, einen Grill oder einen Gaskocher angerichtet.
"Ein Glas Rotkohl, zwei Orangen, drei Esslöffel Rosinen. Rotkohl abtropfen lassen, Orangen filetieren, mit Rosinen und Rotkohl mischen, würzen, durchziehen lassen und fertig."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Angesprochen haben ihn neben dem Rotkohlsalat auch die Rote-Bete mit Quinoa, Thymian und Honig und der Buchweizen-Schoko-Porridge.

Ernährungsberaterin Caroline Thiesmeier-Dormann lobt die relative Vielfalt und Ausgewogenheit der Gerichte. Sie arbeitet für das Bundeszentrum für Ernährung.

"Es kommen viele Nüsse vor. Hülsenfrüchte sind oft vertreten. Wir haben viele vegetarische Gerichte. Von daher gefällt mir das wirklich sehr gut."
Caroline Thiesmeier-Dormann, Ernährungsberaterin, Bundeszentrum für Ernährung

Unterm Strich findet Martin, versprechen viele Rezepte mehr, als er in einer Notsituation erwarten würde. Nur mit den Fotos vieler Gerichte ist er unzufrieden. Er sagt: "Das sind die Bilder derjenigen, die das Rezept an die Jury geschickt haben. Das ist aus meiner Sicht nicht immer das Bild, was mir so richtig Bock auf das Gericht macht."