Der Wirkstoff, der ADHS-Kindern bei der Konzentration helfen soll, heißt Methylphenidat und kommt in dem Medikament Ritalin vor. Vor allem in den USA scheint Methylphenidat sehr beliebt zu sein. Laut einer aktuellen Studie haben rund 1,3 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene schon einmal Ritalin oder ein ähnliches Medikament ausprobiert.

In ihrer Langzeitstudie kommen die beiden Neuropsychologen Kimberly Urban und Wen-Jun Gao zu dem Ergebnis, dass Methylphenidat zu langfristigen Schäden bei Kindern und jungen Erwachsenen führen kann. Methylphenidat wirkt auf den präfrontalen Cortex - ein wichtiger Steuerbereich im vorderen Stirnlappen unseres Gehirns. Hier liegt unser Urteilsvermögen, das logische Denken, das Arbeitsgedächtnis und von hier aus werden Gefühle und Verhalten gesteuert.

Präfrontaler Cortex reift langsam heran

Bei Menschen unter 30 Jahren ist dieser Bereich noch im Wachstum befindlich und reagiert sensibel auf Schwankungen von Botenstoffen wie Dopamin. Ein künstlicher Eingriff in dieses Steuerzentrum mit Methylphenidat kann zu bleibenden Verhaltensveränderungen, Konzentrationsschwäche oder Aggressivität führen.

Auswirkungen auf Verhalten und Gefühle

Ihre Tests führten die Wissenschaftler an Ratten durch. Dabei haben sie festgestellt, dass junge Ratten anders als ältere auf Methylphenidat reagieren. Die erwachsenen Ratten zeigen eine erhöhte neuronale Aktivität. Allerdings haben die Forscher bei jüngeren Tieren festgestellt, dass sich deren Nervenzellen verändern, wodurch weniger Botenstoffe ausgeschüttet werden. Diese Veränderung beeinflusst Gefühle und Verhalten.

Gegenteilige Wirkung von Ritalin

Das Methylphenidat sorgt außerdem dafür, dass ein für das Wachstum notwendiger Stoff nicht mehr ausreichend produziert wird. Dadurch schwindet die Lernfähigkeit. Damit bewirkt Methylphenidat genau das Gegenteil von dem, wofür es eigentlich eingesetzt wird.