Im Feiertagstalk mit Markus Dichmann freut sich der Kölner Musiker Roosevelt schon jetzt auf die Zeit nach der Pandemie.

Abende im Club bieten viele Momente. Ein typischer ereignet sich immer dann, wenn der Strom zuerst ausfällt und dann wieder zurückkommt. Diese Explosion unter den Feiernden, wenn es weiter geht – so ungefähr stellt sich Roosevelt auch den Moment vor, wenn die Pandemie einmal vorbei sein wird und das Leben zurückkehrt.

"Es ist schon eine besondere Zeit, weil das Album in der Realität quasi gar nicht stattfindet. Das ist schon sehr, sehr seltsam."
Marius Lauber alias Roosevelt

Aktuell herrscht bei Roosevelt allerdings noch eher eine Art Katerstimmung. Er hat ein neues Album gemacht, "Polydans" heißt es. Die üblichen Mechanismen einer Veröffentlichung greifen derzeit aber nicht. Und Roosevelt stellt fest: Er vermisst sie. "Früher hat man sich immer beschwert", meint er. Auf das Album folgen normalerweise die Konzerte, zu viele davon bedeuten jedoch Stress, weil die Songproduktion im Studio darunter leidet. Nun allerdings, in der pandemiebedingten Zwangspause, bemerkt Roosevelt: "Es ist schon witzig, dass man jetzt erst realisiert, dass es eigentlich immer sehr wichtig war, dass man auch permanent in diesem Livekontext war und wusste, wofür man die Songs schreibt."

Ein-Mann-Band zwischen Studio und Bühne

Bemerkenswerte Erkenntnisse eines Künstlers, der doch eigentlich die Arbeit im Tonstudio perfektioniert hat. Roosevelt ist Songwriter, Sänger, Instrumentalist und Produzent, ein typischer Do-it-yourself-Musiker. "Ich find’s spannend noch alles selber zu machen", sagt die Ein-Mann-Band an die Adresse von Musikerinnen und
Musikern, die sich dieses Image zu eigen machen, "obwohl im Endeffekt dann doch viel im Hintergrund ihnen abgenommen wird."