In Berlin breitet sich im Tiergarten der Rote Amerikanische Sumpfkrebs aus. Brutaler kann eine Invasion kaum sein: Er ist schuld, dass alle heimischen Krebse um ihn herum zu Grunde gehen.

Im Berliner Stadtpark "Großer Tiergarten" liefen vor ein paar Wochen überall, auf den Wiesen, Radwegen und Straßen, rote Sumpfkrebse herum, genauer: Vertreter des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses.

Normalerweise leben diese Krebse, wie der Name schon sagt, in Nordamerika - vor allem in Stillgewässern wie Seen und Tümpeln. Die Tiere sind dank ihrer prächtigen Färbung und ihrer anspruchslosen Haltung aber auch bei Aquarianern äußerst beliebt.

Die sind wahrscheinlich auch für die Existenz der Berliner Population verantwortlich. Es wird vermutet, dass die Tiergartenkrebse von Menschen mit Aquarium ausgesetzt wurden, die die Krebse loswerden wollten.

Wo der ist, wächst kein Krebs mehr

Bei Naturschützern sind die Krebse nicht gerne gesehen: Sie vermehren sich nämlich dank ihrer hohen Vermehrungsrate (ein Weibchen trägt 150 bis 200 Eier) schnell und futtern sich gern durch unsere Gewässer.

Eine Person hält einen Roten Amerikanischen Sumpfkrebs  hoch
© picture alliance (dpa)

Auch für die heimischen Krebsarten stellt der nordamerikanische Krebs eine tödliche Gefahr da: Der Sumpfkrebs ist Überträger einer hochinfektiösen Pilzkrankheit, der sogenannten "Krebspest".

Die Sumpfkrebse selbst sind gegen diese Krankheit immun, für deutsche bzw. europäische Flusskrebsarten ist die Krebspest dagegen tödlich. In Gewässern, in die Rote Amerikanische Sumpfkrebse vordringen, sterben deshalb alle einheimischen Krebsarten unweigerlich aus.

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs wurde 2016 in die "Liste der unerwünschten invasiven Arten" der Europäischen Union aufgenommen.

Waschbären rekrutiert

In Berlin hofft man, dass Tiere wie Waschbären dabei helfen, die Sumpfkrebspopulation auf einem erträglichen Maß zu halten. Auch macht das Fischereiamt Berlin mit Reusen Jagd auf die Krebse und hat in den einschlägigen Berliner Gewässern Aale ausgesetzt, die Jagd auf die Krebse machen sollen.

Berlin übrigens ist nicht die einzige Großstadt, in der Amerikanische Rote Sumpfkrebse herumspazieren. Bereits 2014 wurden einige Exemplare des nordamerikanischen Migranten auf dem Gelände und im Wasser des Freibads in Frankfurt am Main entdeckt.