Der erste Drohnenflughafen der Welt entsteht in Ruanda - einem Land, in dem es extrem schwierig ist, Dinge von A nach B zu transportieren. Autonome Flugkörper könnten diese Situation verbessern.

Mit den Planungen für den weltweit ersten Drohnenflughafen, der in Ruanda entstehen soll, wurde kein geringerer als Stararchitekt Norman Foster beauftragt. Die Dimensionen sind eher bescheiden, berichtet Afrika-Korrespondentin Linda Staudt: "Vorerst sollen dort nur kleine Drohnen mit einer Flügelspannweite von bis zu sechs Metern landen können - das braucht nicht so viel Platz."

"In den zeltartigen Hallenkonstruktionen sollen zum Beispiel auch Internetbestellungen abgeholt werden können."
Linda Staudt über den geplanten Drohnenflughafen in Ruanda

Große Geräte oder Produkte können mit solch kleinen Drohnen zwar nicht transportiert werden - aber zum Beispiel medizinisches Material wie Blutkonserven oder Impfstoffe. In den kommenden Jahren werden zunächst drei Drohnenflughafen in Ruanda entstehen, von denen aus dann knapp die Hälfte des Landes per Drohne erreichbar sein soll. Später könnte dieses Netz noch ausgebaut werden - auch für großere Drohnen.

Lösung für Ruandas Transportproblem?

Dass die ersten Drohnenflughäfen der Welt in Ruanda gebaut werden, ist kein Zufall: "Das Land hat ein gewaltiges Transportproblem", sagt Linda Staudt, "einige Gegenden sind extrem schwer zu erreichen und es ist sehr teuer, Produkte von A nach B zu bringen." Die Regierung Ruandas arbeite deshalb derzeit mit Hochdruck an der Ausarbeitung eines Regelwerks für den autonomen Flugverkehr, auch um ganz praktische Fragen zu klären wie: Wer haftet, wenn eine Drohne abstürzt und dadurch Schäden verursacht?

Ruandas Präsident erhoffe sich laut Linda Staudt von dem Projekt einen ähnlichen Technologieschub wie es ihn etwa im Bereich Mobilfunk gegeben habe: Dadurch, dass Ruanda die Festnetz-Technologie quasi ausgelassen und sehr früh auf Mobilfunk gesetzt habe, gebe es heute dort eine bessere Netzabdeckung als in manchen Gegenden der USA.