Safa und ihr Mann Walid kommen aus dem Irak. Über die Balkanroute sind sie im Oktober mit ihrem kleinen Sohn nach Deutschland gekommen. Jetzt wollen sie in ihre Heimat zurückkehren. Freiwillig.

Viele Flüchtlinge kehren freiwillig in ihrer Herkunftsländer zurück. Bislang waren es vor allem Menschen aus dem Balkan. Nun verlassen auch immer mehr Iraker und Iraner die Bundesrepublik. Und das, obwohl ihre Chancen auf einen bewilligten Asylantrag gar nicht schlecht sind.

Keine schlechten Erfahrungen mit Deutschland

Safa kommt aus Mosul, einer Stadt im Norden des Irak. Umkämpftes Gebiet: Vor zwei Jahren hat der IS die Stadt erobert. Safa und ihr Mann Walid sind beide 25 Jahre alt. Vor vier Monaten sind sie mit ihrem kleinen Sohn nach Deutschland geflohen. Freunde in Deutschland hatten ihnen Hoffnungen gemacht. Die Schleuser natürlich auch.

"Alle, die jetzt in den Irak zurückgehen, geben familiäre Gründe an, und sagen, sie möchten wieder zurück zu ihren Familien."

Safa und Walid haben in Deutschland keine schlechten Erfahrungen gemacht. Besonders sorgen sich die beiden aber um ihre Eltern. Die nach Deutschland zu holen wäre schwierig. Deshalb will die Familie zurück. Nicht nach Mosul, sondern nach Erbil. Das liegt in der autonomen Region Kurdistan im Norden des Irak. Ein vergleichbar sicheres Gebiet, denn Walid ist Kurde. Ihren Eltern ist die Flucht von Mosul nach Erbil bereits gelungen.

Die Rückkehrberaterin Ursula Schneider hilft der Familie die Rückreise zu organisieren. "Wir hatten im Jahr 2014 insgesamt 100 Fälle. Im vergangenen Jahr waren es 342. Das ist ein deutlicher Anstieg", sagt sie. Für Safa, Walid und ihren Sohn hat sie die Flugtickets bereits besorgt.