Rum. Kennt jeder, manche mögen ihn, viele Cocktails können auf ihn nicht verzichten, Mojito zum Beispiel oder Cuba Libre. Und genau um diesen hochprozentigen Alkohol ist nun ein erbitterter Streit ausgebrochen. Genauer gesagt: um den Rum der Marke Havana Club. Die beiden Streithähne sind Pernod Ricard und Bacardi.

Den Rum der Marke Havana Club kann man überall kaufen. Wenn ihr in den Supermarkt geht, habt ihr eine sehr gute Chance, genau diesen Rum in den Regalen entdecken zu können. Verkauft wird er dann immer vom Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard. Das ist überall so. Nur nicht in den USA, da hat Bacardi einen Rum namens Havana Club im Angebot. Und das sorgt für Ärger.

Fette Rum-Geschäfte in den USA

Beide Unternehmen versuchen, fette Geschäfte in den USA zu machen, fraglich ist aber, wer die Rechte an der Marke "Havana Club" hat. "Eigentlich ist Havana Club eine eigenständige Marke gewesen", erklärt Philip Reim von Eye for Spirits, einem Magazin für Trinkgenuss. Die kubanische Revolution und die Verstaatlichung des Unternehmens durch Fidel Castro hat alles durcheinander gebracht.

"Mit der Übernahme durch Pernod Ricard hatte der Rum Havana Club von jetzt auf gleich ein gigantisches internationales Vertriebsnetzwerk, sowohl in die asiatischen Länder als auch nach Westeuropa."

Kurzfassung: Plötzlich hatte der Rum zwei Verkäufer, das originale Havana Club hat vor allem in die alten Ostblock-Staaten des Kalten Kriegs geliefert, das ehemals kubanische Unternehmen Bacardi hat Havana Club als amerikanischen Rum in den USA verkauft. Nach dem Kalten Krieg, als Kuba nicht mehr von der Sowjetunion mit Geld zugeballert worden ist, hat dann Pernod Ricard zugeschlagen und sich die Marke Havana Club einverleibt. Das war Anfang der 90er.

"Alleine im Rum-Markt macht die USA 40 Prozent des Weltmarktes aus. Kein normal denkendes Unternehmen wird sich diesen Markt freiwillig entgehen lassen."

Und dann gibt es noch die Besonderheit in den kubanisch-amerikanischen Beziehung. Das Kuba-Embargo der USA hatte jahrzehntelang verhindert, dass Kubas Produkte in die USA verkauft werden. Aber die Beziehung beider Staaten entspannt sich - und Pernod Ricard will den Markt jetzt endlich mit dem echten Havana Club stürmen.