Im aktuellen Konflikt zwischen der Nato, der Ukraine und Russland kommt den USA eine wichtige Rolle zu. Das Land hat Waffen in die Ukraine geliefert und vermeintliche Kriegspläne Putins öffentlich gemacht. Dabei will Biden eine Eskalation eigentlich verhindern, sagt Politikwissenschaftler Thomas Jäger. Der Konflikt schade ihm im eigenen Land.

Russland hat zuletzt seine Forderungen öffentlich gemacht. Unter anderem sollen die USA alle ihre Soldaten aus Ost- und Mittelaureupa abziehen. Zudem verlangt Präsident Wladimir Putin Sicherheitsgarantien: Die Ukraine solle niemals ein Mitglied der Nato werden.

"Die USA wollen eine Ordnung in Europa, so wie sie sich in den letzten Jahren herausgebildet hat."
Thomas Jäger, Politikwissenschaftler

Doch diese Forderungen widersprechen den Strategien der USA, wie Politikwissenschaftler Thomas Jäger von der Universität Köln erklärt: Die Vereinigten Staaten wollen eigentlich, dass alles so bleibt, wie es ist, sagt er. Das sei der "Kern des Konflikts". Die US-Regierung habe in den letzten Wochen ihr Position sehr deutlich gemacht.

"Die USA haben eine ziemlich klare Position herausgearbeitet in den letzten Wochen."
Thomas Jäger, Politikwissenschaftler

Biden wolle zum einen die westlichen Staaten einen und das Nato-Bündniss zusammenhalten, so Thomas Jäger - um gewissermaßen eine geschlossene Allianz gegen Russland zu bilden. Und um Putin so möglicherweise von einem Angriff auf die Ukraine abzuhalten.

US-Regierung von Invasion Russlands überzeugt

Zum anderen habe Biden den "Plan" Putins öffentlich gemacht: Biden erklärte, er sei davon überzeugt, dass der Kremel bereits eine Entscheidung getroffen habe und in den nächsten Tagen die Ukraine angreifen will. Nach Einschätzung der USA heizt Russland die Lage in der Ostukraine an, um einen Vorwand für "weitere Aggressionen" zu haben, wie US-Außenminister Blinken erklärte. Das sei Teil der russischen Strategie.

"Biden wird drei Stoßgebete sprechen, wenn das morgen vorbei wäre."
Thomas Jäger, Politikwissenschaftler

Doch Biden würde sicherlich "drei Stoßgebete" sprechen, wäre der Konflikt bald beendet, so Thomas Jäger. Der US-Präsident "hat überhaupt kein Interesse an einer Eskalation". Der Konflikt schade Biden eher als er ihm nützt. Zudem stehe die amerikansiche Bevölkerung einer Unterstützung der Ukraine in großen Teilen skeptisch bis ablehnend gegenüber - obwohl ein möglicher Krieg in Europa auch in den US-Medien breit diskutiert wird.