Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat überlegt, wie das Auto der Zukunft aussehen könnte. Die Antwort ist das "Safe Light Regional Vehicle".

Im Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht es nicht nur um Weltraumforschung und Flugzeugtechnologie. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen auch herausfinden, wie die Straßenfahrzeuge der übernächsten Generation funktionieren könnten. Nun hat das DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte den Prototypen eines futuristischen Leicht-E-Auto präsentiert. Der Name: "Safe Light Regional Vehicle".

Das ist ein energiesparendes Kleinst-E-Auto, mit dem man umweltfreundlich zur Arbeit, in die Uni oder sonst wohin pendeln kann. Es geht also um regionale Fahrten. Bis zu 400 Kilometer kommt man mit dem Wasserstoff-Elektro-Hybrid weit. Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h. Preis: rund 15.000 Euro.

"Dabei wirkt es von der Optik sehr futuristisch, hat fließende Formen, fast die komplette Oberseite besteht zum Beispiel aus einer einzigen aerodynamisch geformten Scheibe."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Wie es schon der Name "Safe Light Regional Vehicle" verrät, ist das Auto vom DLR tatsächlich auffallend leicht. Die Karosserie wiegt nur 90 Kilogramm, also weniger als so manche Menschen am Steuer. Das komplette Auto mit allem Drum und Dran wiegt circa 450 Kilogramm. Für Tjark Siefkes vom DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte könnte das die Zukunft des Individualverkehrs sein: "Es ist ein greifbarer Baustein und eine Technologieplattform für lokal emissionsfreie, leise und individuelle Mobilität."

Dabei sieht das Auto aus wie eine Mischung aus Rennwagen und Go Kart, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte: Es ist 3,8 Meter lang und sehr flach, um den Luftwiderstand und damit den Energieverbrauch des Fahrzeugs so gering wie möglich zu halten. "Dabei wirkt es von der Optik sehr futuristisch, hat fließende Formen, fast die komplette Oberseite besteht zum Beispiel aus einer einzigen aerodynamisch geformten Scheibe."

Das "Safe Light Regional Vehicle" ist ein E-Auto mit Hybridantrieb.
Vorder- und Hinterteil des Autos sollen bei einem Unfall als Crashzonen dienen.

Nun ist das "Safe Light Regional Vehicle" nicht das erste Kleinst-E-Auto, auf dem Markt gibt es bereits vergleichbare Modelle der Klasse L7e. Diese Leichtbau-Fahrzeuge haben aber ein grundsätzliches Problem, berichtet etwa das Autoportal motor1: "Die meisten Leichtbau-Fahrzeuge der Klasse L7e sind nur leicht, aber nicht wirklich crashsicher."

Das soll beim SLRV anders sein, weil es in Sandwichbauweise zusammengebaut ist: Das Material besteht außen aus einer Decklage aus Metall und im Inneren aus einem Kunststoffschaum. Das vordere und das hintere Teil des SLRV sind aus diesen Sandwichplatten gemacht und die sollen bei einem Unfall als Crashzonen dienen. "So eine Bauweise ist übrigens noch neu", sagt Martina Schulte. "Bisher werden solche Strukturen noch nicht bei Serienautos verwendet."

Produktion vom "Safe Light Regional Vehicle" ist ungewiss

Ob das "Safe Light Regional Vehicle" in Serie gehen wird und irgendwo gekauft werden kann, ist noch nicht sicher. "Es ist nicht bekannt, ob das DLR schon einen Partner gefunden hat, der Interesse an einer Serienfertigung hat", sagt Martina Schulte.

Denn obwohl das Fahrzeug bereits ein voll funktionsfähiges Auto ist, steckt bei der Entwicklung keine Firma dahinter, sondern eben ein Institut, dass neue Mobilitäts- und Fertigungskonzepte entwickelt.

Das "Safe Light Regional Vehicle" ist also eher ein wissenschaftliches Projekt: Das DLR hat ein Pendlerauto entworfen, um den Autoherstellern das Potenzial zu zeigen und die Fertigungstechnologien zu optimieren. So könnte das Auto theoretisch den öffentlichen Nahverkehr ergänzen oder als Zweitwagen genutzt werden. Ob das jemals passieren wird, ist unklar.