Hass und Tatvideos bei Facebook sind nichts Neues. Dass beides im Zusammenhang mit der Funktion Safety Check verbreitet wird hingegen schon. Nach dem Anschlag in Wien ist genau das passiert.

Nach dem Terroranschlag in Wien wird Facebook massiv kritisiert, insbesondere die Funktion Safety Check. Eigentlich sollen Nutzerinnen und Nutzer, die sich in Katastrophen- oder Anschlagsgebieten aufhalten, ihren Kontakten so signalisieren können, dass sie in Sicherheit sind.

Facebook aktiviert die Funktion für bestimmte räumliche Bereiche weitgehend automatisch. Auf der Plattform wird die Intensität bestimmter Suchanfragen registriert.

"Facebook-Userinnen und -User in der betroffenen Region werden aufgefordert, sich selbst als safe zu markieren und mitzuteilen: Ich bin in Sicherheit, mir geht es gut."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

"Facebook-Userinnen und -User in der betroffenen Region werden aufgefordert, sich selbst als safe zu markieren und mitzuteilen: Ich bin in Sicherheit, mir geht es gut", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat. Empfängerinnen und Empfänger der Nachrichten gelangten allerdings auf eine unmoderierte Crisis-Response-Seite auf Facebook.

Gewaltvideos zunächst ohne Warnhinweis

Statt Schutz und Unterstützung sind auf dieser Seite Videos sterbender Opfer, Hass und Falschinformationen verbreiten worden. Die Tatvideos liefen offenbar zunächst automatisch und ohne Warnhinweis.

"Da klickt man also völlig unvorbereitet auf die Ich-bin-sicher-Mitteilung eines Freundes und sah Menschen sterben."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Der Safety Check soll auch verhindern, dass zu viele Menschen in Krisengebieten gleichzeitig telefonieren und die Kommunikationsinfrastruktur überlasten, sagt Netzreporter Michael Gessat.

Funktion mit Panikpotential

Die 2015 eingeführte Funktion sei von Beginn an umstritten gewesen, sagt Michael, weil sie unter Umständen Panik auslösen könne.