Salat ist grün, frisch, lecker und sooo gesund. Allerdings stecken da auch nur etwa so viele Nährstoffe drin wie in einer Flasche Wasser. Nicht sehr viele jedenfalls. Was ist denn aber dran am Salat, kann er mehr als knackige Beilage?

Der Eisbergsalat, groß, rund, manchmal etwas bitter, hat Feinde. Sie versuchen, ihn mit scheinbar einleuchtenden Argumenten schlecht zu machen. Vergleichen wir zum Beispiel mal Pommes mit Salat. Die frittierten Kartoffelstäbchen haben definitiv mehr Nährstoffe als der vermeintlich gesunde Salat: 100 Gramm Pommes enthalten im Vergleich zu 100 Gramm Eisbergsalat mehr als 20 mal so viel Natrium, ungefähr 3 mal so viel Kalium, doppelt so viel Jod und grob 4 mal so viel Vitamin C. Mehr Fett auch, aber das sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

"Kann es denn sein, dass wir alle Salat essen, obwohl das überhaupt nicht sinnvoll ist? Dass mir meine Mutter eingebläut hat, dass das total gesund ist, obwohl das gar nicht stimmt?"
DRadio-Wissen-Autor Christoph Sterz stellt die Salat-Frage.

Der Eisbergsalat hat wenig Nährstoffe. Aber: Der Salat hat ganz andere Vorteile, sagt der Ernährungswissenschaftler Harald Seitz: "Ich esse Salat, nehme ganz wenig Energie zu mir, habe aber diesen Sättigungsreiz." Nährstoffe muss sich der Salatesser woanders holen, sagt Seitz. Kein Problem: Die wenigsten Leute würden Salatblätter ohne alles kauen, ohne Öl und Essig, ohne Gemüse oder was auch immer - und zweitens würde niemand Salat essen, weil er dringend Kalorien brauche. Eher ganz im Gegenteil.

Frischer, saisonaler Salat ist in der Regel auch gesund

Kurz gesagt: Salatfeinde haben zwar recht, Salat essen schützt trotzdem vor der ungesunden Plauze. Wer dann noch auf ein paar Details achtet, gehört sowieso zu den Gesundessern: Kauft zum Beispiel lieber saisonale Salate, dann steckt weniger Dünger im Gewächs. Und wenn der Salat zu braun geworden ist, hat er auch nichts mehr in Einkaufswagen und Salatschüssel verloren. "Wenn er über den Reifegrad drüber ist, ist Feierabend", sagt Harald Seitz. "Dann verliert der einfach auch automatisch Nährstoffe."

"Ist der Strunk schon sehr, sehr braun, dann ist der Salat auch schon wirklich älter. Man erkennt das ja auch an den Blättern. Ein Salat mit angewelkten Blättern taugt nur noch als Hasenfutter."
Ernährungswissenschaftler Harald Seitz über frischen Salat

Der Ernährungswissenschaftler hat auch noch einen Pro-Tipp: "Wenn da so eine dunkelgrüne Schmiere an der Verpackung ist, sollte man gucken, ob es nicht noch eine Alternative gibt." Denn dunkelgrüne Schmiere kann gar nicht gut sein, egal ob mit oder ohne Nährstoffen.