Persisches Blausalz, Hawaiianisches Black Lava Salz oder Pakistanisches Kristallsalz: In den letzten Jahren haben exotische Salze und Gewürze aus aller Welt die Regale in Supermärkten und Feinkostläden erobert. Sie unterscheiden sich nicht nur in Farbe und Geschmack, sondern auch im Preis. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Trend?

In Sachen Salz ist in der Küche reichlich Abwechslung möglich. Das Start-up (R)eintüten bietet zum Beispiel Salze aus allen Ecken der Welt an. Im Gegensatz zum einfachen Kochsalz aus dem Supermarkt, das es schon ab 20 Cent gibt, kosten edle Feinschmeckersalze auch schon mal gut und gerne sechs Euro pro 100 Gramm. (R)eintüten - das sind die Jungunternehmer Julian und David aus Bonn.

David Rein und Julian Körvers von (R)eintüten
© (R)eintüten
Julian und David von (R)eintüten

Salze von Salzfans für Salzfans

In ihren Regalen stehen viele kleine Glasfläschchen mit blauen, roten, schwarzen oder rosafarbenen Salzkristallen aus der ganzen Welt. Ihre Salzbegeisterung kennt keine Grenzen. Beispiel? Die "Indischen Pyramidenflocken" - fast schwarze, rund drei Zentimeter große Salzkristalle, die sie frisch in ihr Sortiment aufgenommen haben.

"Das muss man sehen, indische Pyramidenflocken, ein Meersalz aus Indien. Und da siehst du, wo der Name herkommt. So eine wunderschöne Pyramidenstruktur haben die.“
Julian (R)eintüten über ein spezielles indisches Meersalz

Die Idee für '(R)eintüten' kam dem 20-jährigen David Rein auf seinen Reisen durch Spanien, Indien und Nepal. So wie manch einer Sand von den unterschiedlichen Stränden eintütet, sammelt David eben Salze.

"Es geht ja viel mehr als nur um Salz. Das sind alte Kulturen, die dahinter stecken. Da wollen wir halt hin und das wieder vermitteln."
Julian über seine Salzbegeisterung

Und was sagt die Wissenschaft?

Vor rund zwei Jahren entzauberte Stiftung Warentest viele der exotischen Salze. Sie seien zu teuer und außerdem würden viele Salze mit gesundheitsfördernden Versprechen werben, die es gar nicht gebe. Salz ist und bleibt in erster Linie Salz. Chemisch gibt es da kaum einen Unterschied, sagt Peter Stehle, Professor für Ernährungsphysiologie an der Universität Bonn. Und das, was sonst noch in kleinen Mengen drin ist, zum Beispiel Magnesium oder auch Kalium, "hat physiologisch keine Bedeutung, weil wir in der Regel alle diese Elemente mit anderen Lebensmitteln in deutlich höherer Konzentration zu uns nehmen.“

Mit heilenden Kräften oder irgendeinem Schnickschnack werben die Jungs von (R)eintüten nicht, ihnen geht es bei ihrer großen Auswahl vor allem um die kulturelle und geschmackliche Vielfalt - und die ist für die Jungs unbestreitbar. Beispielsweise das schwefelhaltige und nach Ei schmeckende "Kala Namak" - Salz , passt als Geschmacksträger hervorragend zu Tofu oder Avocado, erklärt Julian.