Jim Kroft ist Musiker. 2013 verlor er seinen Plattenvertrag. Monatelang wusste er nicht, wie es weitergehen soll. Er verbrachte einen Monat auf der griechischen Insel Lesbos und ihm wurde klar, dass er erst mal Geld für ein Boot für Rettungshelfer sammeln möchte.

Auf der griechischen Insel Lesbos spielten sich Szenen ab, die sich in Jim Krofts Erinnerung eingebrannt haben. Nachts am Strand, bei stürmischem Regen, hört er Schreie aus der Dunkelheit. Sie kommen vom Meer. Ein Boot voller Flüchtlinge ist kurz davor, zu kentern. Die Menschen darauf sind entkräftet, unterkühlt, dehydriert und traumatisiert.

"And in came this very full boat - full of refugees - which was nearly sinking. A really very scary situation - like being in a war zone."

Jim sieht Kinder sterben. Er hebt ein völlig durchnässtes, zitterndes Mädchen hoch, das seine Eltern aus den Augen verloren hat. In seinen Armen wird sie ohnmächtig. Für einen Augenblick denkt der Musiker, dass sie in diesem Moment stirbt. Später erfährt er, dass das Mädchen überlebt hat. Sara heißt sie. Er beschließt, nach seiner Rückkehr von Lesbos Geld zu sammeln. Davon soll ein Boot für Rettungshelfer gekauft werden. Das Flüchtlingsprojekt bekommt den Namen "Boat for Sara".

"Everyone got the children off of the boat first of all. The children were in a state of profound hypothermia. There were serious medical emergencies and all the doctors were there - which were not many, not enough - and they were dealing with the most severe cases."

Ursprünglich möchte Jim realistisch sein, er versucht, 5.000 Euro per Crowdfunding zusammenzukriegen. Er merkt schnell, dass das zu wenig ist. 15.000 Euro hat er inzwischen gesammelt - aber jeder Euro, der zusätzlich hinzukommt, ist für ihn ein willkommenes Geschenk. Zusammen mit anderen Musikern hat er vor kurzem ein Album in 48 Stunden aufgezeichnet, um auch darüber Spenden zu sammeln. Über Live-Gigs soll noch mehr dazu kommen. Jim kooperiert mit einem spanischen Flüchtlingsprojekt, um ein noch besseres Boot zu kaufen.

"I thought, where the hell is the professional support here? Where are the major aid agencies and where is the governmental support?"

Ein Mann, eine Gitarre, eine Kamera

Als Jims Plattenvertrag 2013 gekündigt wird, ist er einige Zeit ziemlich ratlos. Dann stellte er fest, dass er mit seiner Gitarre und seiner Kamera gar nicht auf ein Plattenlabel angewiesen ist. 2014 entsteht sein Projekt "Journeys". Für sein Album "Journey 1" reist der schottische Musiker, der in Berlin lebt, nach China. Es folgt "Journey 2", eine Reise, die ihn nach Nairobi in Ostafrika führt. Als "Journey 3" war eine Tour durch Russland geplant. Weil die Flüchtlingskrise ihn aber nicht loslässt, reist Jim stattdessen in einem gelben Van durch den Balkan bis auf die griechische Insel Lesbos.

Für das Journeys-Projektes in China entstanden: "Break for the light"