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Wegen ihres Widerstands gegen die NS-Diktatur ist Sophie Scholl im Alter von 21 Jahren ermordet worden. Am 9. Mai wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Sophie Scholl wird am 9. Mai 1921 geboren. Sie wächst wohlbehütet auf und glaubt anfangs wie ihr Bruder Hans an die von den Nationalsozialisten propagierte Volksgemeinschaft. Sie ist begeisterte Gruppenführerin im Bund Deutscher Mädel und nichts deutet darauf hin, dass sie zu einer unerschütterlichen Gegnerin des NS-Regimes werden könnte.

Religion als Wendepunkt

Erst die Beschäftigung mit theologischen Texten bringt eine Wende in ihrem Leben. Ab 1941 wendet sich Sophie Scholl stärker der Religion zu und entwickelt daraus eine soziale und politische Überzeugung, die mit der Realität im nationalsozialistischen Deutschland nicht in Einklang zu bringen ist.

"Sophie Scholl hat in ihrer Familie Verantwortung gelernt. Sie hat nicht gesagt: Es wird sich schon jemand anderes kümmern."
Maren Gottschalk, Autorin der Sophie-Scholl-Biographie "Wie schwer ein Menschenleben wiegt"

Im Frühjahr 1942 beginnt Sophie Scholl in München ihr Studium und lernt dabei andere Studierende kennen, die sie in ihrer Ablehnung des NS-Systems bestärken. Obwohl ihr Bruder Hans versucht, sie aus den Aktivitäten der Weißen Rose herauszuhalten, gelingt es Sophie Scholl, Teil dieser Widerstandsgruppe zu werden.

Widerstand mit Flugblättern

Sie konzipieren, drucken und verteilen Flugblätter, in denen der Nationalsozialismus angeprangert und zum Sturz Hitlers aufgerufen wird. Die Verteilung des sechsten Flugblatts im Lichthof der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität wird ihr zum Verhängnis. Der Hausmeister entdeckt sie, ruft die Gestapo. Hans und Sophie Scholl werden verhaftet, verhört und schließlich durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

Die Geschwister Scholl werden am 22. Februar 1943 im Strafgefängnis München-Stadelheim mittels einer Guillotine hingerichtet. Seit 1945 ist Sophie Scholl eine Ikone des Widerstands gegen Hitler und die Weiße Rose Beleg dafür, dass nicht alle Deutschen Anstand, Moral und den Glauben an die Menschenrechte während der NS-Zeit verloren haben.

Ihr hört außerdem in Eine Stunde History:

  • Die Journalistin und Historikerin Maren Gottschalk hat eine Biographie über Sophie Scholl geschrieben und schildert die prägenden Einflüsse in ihrer Jugend.
  • Die Autorin Miriam Gebhardt hat in einem Buch erkundet, wie Menschen zu Widerstandskämpfern wurden.
  • Der Historiker Kurt Schilde hat sich mit den unterschiedlichen Formen jugendlichen Widerstands gegen das NS-Regime beschäftigt.
  • Die Eltern von Hans Coppi junior waren Teil der Widerstandsbewegung Rote Kapelle und mussten ihren Widerstand mit dem Leben bezahlen.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erläutert, wie Jugendliche im Dritten Reich behandelt wurden, welche Erwartungen an sie gerichtet waren und wie der Staat widerständige Jugendliche bekämpft hat.
  • Deutschlandfunk Nova-Reporterin Grit Eggerichs schildert die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof, der Sophie Scholl und die anderen Mitglieder der Weißen Rose zum Tode verurteilt hat.