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In Zukunft werden wir dank Satelliten-Internet wohl kaum noch Orte ohne Netzempfang haben. Vorausgesetzt, unsere Smartphones sind dafür ausgerüstet.

Im Alltag benutzt niemand ein Satellitentelefon – warum auch. Das Mobilfunknetz ist in der Regel gut ausgebaut. Und wenn es gerade keinen Empfang gibt, muss man ja nicht immer telefonieren oder im Internet surfen.

Ein Telefon, das praktisch an jedem Ort auf der Welt funktioniert, dabei zu haben, kann in manchen Situation aber hilfreich sein. Etwa wenn man viele Tage oder sogar Wochen an sehr entlegenen Orten unterwegs ist und eventuell Hilfe rufen muss. So funktioniert ein Satellitentelefon zum Beispiel auch in der Wüste oder auf dem Mount Everest – denn eine Verbindung kommt direkt zwischen Telefon und Satellit im Weltall zustande. Eine Minute Telefonieren kostet dann zwischen 50 Cent und einigen Euro.

Mehr als 120 neue Satelliten werden pro Monat ins All geschossen

So sehr Telefonieren und Surfen per Satellit noch ein Nischenthema ist: Das könnte sich in Zukunft vielleicht ändern. Denn diverse Anbieter arbeiten gerade daran, ein umfassendes Netz von Satelliten rund um die Erde in geringer Flughöhe aufzubauen – das sind zum Beispiel die Projekte mit den Namen Starlink, Oneweb und Kuiper. Diese Satelliten-Systeme sind speziell darauf ausgelegt, Internetzugang auf der ganzen Welt zu schaffen.

Unumstritten sind diese Satelliten-Netzwerke nicht: Sie werden irgendwann zu Weltraumschrott und versperren Forscherinnen und Forschern die freie Sicht ins All. Allein das Unternehmen Spacex bringt aktuell rund 120 Satelliten pro Monat ins All,

"Für einen Massenbetrieb, wenn Millionen Leute gleichzeitig auf die Satelliten zugreifen, eignet sich das System momentan noch nicht. Aber der Ausbau läuft ja in Rekordtempo."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Um Internet aus dem All irgendwann nutzen können, gibt es mehrere Methoden. Die eine ist ein spezieller Router, der die Daten via Kabel oder WLAN weiterleitet und sie auch zurück zum Satelliten schickt.

Die andere ist: Das Smartphone verbindet sich direkt mit den Satelliten. Ein normales Smartphone, das über diese Funktion verfügt, wäre also gleichzeitig auch ein Satellitentelefon.

Es gibt schon Smartphones, die das können. Und Gerüchten zufolge könnte die neue iPhone-Generation mit einer Möglichkeit versehen werden, Daten aus dem All zu empfangen und zurückzuschicken. Ob die Gerüchte stimmen oder nicht: Sollte sich tatsächlich ein leistungsfähiges Kommunikationssatelliten-Netzwerk etablieren – was es zurzeit noch nicht gibt – dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis diverse Hersteller entsprechende satellitenfähige Smartphones anbieten.

Kosten noch unsicher

Neben technischen sind auch Fragen hinsichtlich der Kosten und möglicher Verträge offen. Denkbar ist, dass bei den Mobilfunkprovidern Zusatzfunktionen abgeschlossen werden können, die extra kosten. Die Mobilfunkprovider oder auch die Smartphonehersteller könnten aber auch Kooperationen mit den Satellitenbetreibern abschließen und manche Kommunikationsdienste via Satellit kostenlos anbieten.