GPS kennt jeder - Galilieo kaum jemand. Der europäische Konkurrent zum Satellitennavigationssystem aus den USA hat ziemlich viele Pleiten hinter sich. Die EU hält aber daran fest und schickt zwei weiteren Satelliten ins All.

Die beiden Galileo-Satelliten sind Nummer elf und zwölf. Sie haben sogar Namen: "Andriana" und "Liene" heißen sie und sollen morgen (17.12.2015) auf eine Höhe von gut 23.000 Kilometern gebracht werden. Zur Einordnung: Das ist höher als die internationale Raumstation, aber niedriger als Kommunikationssatelliten. Wenn alles klappt, umkreisen "Andriana" und "Liene" die Erde und fügen sich in die Galileo-Flotte ein.

Knapp 30 Satelliten braucht man, um weltweit navigieren zu können. Damit unsere Navis im Auto oder im Smartphone funktionieren, müssen immer drei Satelliten involviert sein. Alle drei Satelliten schicken Zeitsignale - das dauert dann immer ein bisschen, bis die ankommen - und aus der Zeitverzögerung berechnet das Navi, wo wir gerade sind.

ESA hofft, dass 2020 alles fertig ist

Die Vorteile eines Satellitennavigationssystems namens Galileo für uns im Alltag liegen nicht offensichtlich auf der Hand. Wir könnten prima nur mit GPS einfach so weiter leben, auch wenn die ESA sagt, dass in Galileo-Satelliten neuere, bessere Technik verbaut ist. In erster Linie geht es aber um die politische Dimension, denn die EU hat beschlossen, dass sie beim Thema Navigation nicht von den USA und ihrem GPS-System abhängig sein will. Deshalb werden Milliarden in Galileo gesteckt, von dem die Europäische Weltraumagentur sagt, dass es 2020 fertig ist.

"Mit dem Datum muss man vorsichtig sein: Ursprünglich hieß es, 2008 soll das System laufen."
Sophie Stigler (DRadio Wissen) über die Galileo-Satelliten

Die Geschichte von Galilieo beginnt 2003 und die Problemliste ist lang. Zeitweise gab es Streit innerhalb der EU, dann gab es Streit unter den beauftragten Firmen, hinzu kamen Probleme mit den Satelliten selbst. Nicht alle, die ins Weltall geschossen wurden, funktionieren auch einwandfrei. Zwei Satelliten sind zum Beispiel in der falschen Umlaufbahn gelandet - da muss man noch abwarten, ob sie normal laufen können. Ab dem nächsten Jahr soll es aber richtig voran gehen mit Galileo. Dann sollen erste Navigationsdienste möglich sein - allerdings noch nicht weltweit. Der Galileo-Chef Didier Faivre sagt aber schon heute: "Europa ist jetzt auch im Club der Mächte, die die Satellitennavigation beherrschen."