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"Aufregende Zeiten" heißt das Romandebüt der irischen Schriftstellerin Naoise Dolan. Es handelt von der jungen Englischlehrerin Ava, die sich selbst nicht richtig ernst nehmen kann. Während ihrer Zweckbeziehung mit einem unnahbaren Banker verliebt sie sich Hals über Kopf in eine Frau. Will sie weiter Machtspielchen spielen oder echte Gefühle zulassen - Ava muss sich entscheiden.

Die meisten Menschen kostet es Kraft und Geduld, Ava zu mögen. Denn sie nimmt sich selbst nicht ernst und zieht das, was sie sagt, selbst ins Lächerliche. Sie relativiert alles, was sie tut oder sagt.

Wenn sie witzig ist, dann nur aus Versehen. Wenn sie etwas weiß und laut äußert, dann geht sie davon aus, dass ihr Gegenüber es überhört, ihr nicht glaubt oder die Äußerung für einen Zufall hält.

Die meisten Begegnungen mit anderen handelt Ava in ihrem Kopf aus. Ohne zu wissen, was die Menschen denken oder fühlen, unterstellt Ava ihnen die Gedanken und Gefühle, die sie für realistisch hält. Es fällt ihr nicht leicht, entspannt auf andere Menschen zuzugehen und unverkrampft zu sein. Deswegen empfinden die anderen Lehrerinnen und Lehrer aus ihrem Kollegium sie auch schnell als merkwürdig.

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Die Beziehung als aufregendes und anstrengendes Machtspiel

Erst als sie den unnahbaren Banker Julian kennenlernt, fühlt sich Ava wohl. Es läuft zwar etwas zwischen den beiden, aber was das genau ist, definieren sie nicht genau. Julian benutzt Ava. Und sie benutzt ihn.

Julian ist zwar großzügig, aber nicht liebevoll. Ava ist anhänglich, aber nicht ehrlich. Er redet viel, sie hört viel zu. Ihre Gespräche sind durchsetzt von ironischen Spitzen.

Die beiden sagen sich entweder, was sie hören wollen, oder sie verletzen sich. Es ist ein aufregendes und anstrengendes Machtspiel.

Wohlstand ist das, was den Unterschied macht

Julian ist auf eine Privatschule gegangen und hat in Oxford studiert. Mittlerweile verdient er sehr viel Geld, obwohl er noch nicht einmal dreißig Jahre alt ist.

Nachdem sie sich ein paar Wochen lang kennen, zieht Ava bereits in Julians ein Gästezimmer. Er verlangt zwar nichts von ihr, aber Ava zeigt sich trotzdem erkenntlich. Sie packt zum Beispiel seine Koffer vor Geschäftsreisen. Dieses Ungleichgewicht in der Beziehung tut Ava nicht gut und das merkt sich auch schnell.

"Die Beziehung tut ihr nicht gut. Ava weiß das. Aber zum Problem wird sie erst, als Ava die Anwältin Edith kennenlernt."
Lydia Herms über "Aufregende Zeiten", das Romandebüt der irischen Schriftstellerin Naoise Dolan

Alles ändert sich, als Ava die Rechtsanwältin Edith kennenlernt. Sie gehen ein paar Mal ins Theater und kommen sich dabei sehr nah. Ava empfindet das als schön, aber auch unheimlich. Weil sie plötzlich starke Gefühle für Edith hegt.

Diese Liebe ist komplizierter als das, was Ava mit Julian hat. Ava muss eine Entscheidung treffen. Eigentlich vermeidet Ava es lieber, selbst aktiv zu werden und sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Sie reagiert lieber, wartet ab und nimmt, was kommt. Aber Ava spürt, dass Edith nicht ewig warten wird.

Das Buch:

"Aufregende Zeiten" (Englischer Originaltitel: "Exciting Times", 2020) von Naoise Dolan| aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Anne-Kristin Mittag | erschienen bei Rowohlt | 318 Seiten | gebundene Ausgabe (Hardcover): 20 Euro, E-Book: 14,99 Euro, Hörbuch-mp3-CD: 18,99 Euro| erschienen am 23.03.2021