Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod von Heather Heyer in Charlottesville taucht der Hashtag #SayHerName wieder auf. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer erklärt den Ursprung.

Ursprünglich wurde das Hashtag ins Leben gerufen, um auf schwarze, weibliche Opfer von Polizeigewalt aufmerksam zu machen. #SayHerName taucht auch oft an der Seite von Bewegungen wie Black Lives Matter oder Black Girls Matter auf. Das Problem: Häufig ist bei Berichten über die Gewalttaten nur von "der Frau" oder "dem Opfer" die Rede. #SayHerName soll dafür sorgen, dass Namen genannt werden, damit die Opfer in der Öffentlichkeit ein Gesicht bekommen.

Die Theorie, die dahintersteckt: Die mediale Aufmerksamkeit ist grundsätzlich größer, wenn Männer Opfer von Gewalt werden. Das basiert auf dem Konzept der Intersektionalität, also darauf, dass eine Person gleich mehrfach diskriminiert werden kann. Eine schwarze Frau zum Beispiel deshalb, weil sie weiblich UND schwarz ist.

"Das Hashtag #SayHerName bezieht sich konkret auf Frauen und Transexuelle, die Opfer von Gewalt werden."
Anke van de Weyer über den Ursprung eines Hashtags

Die Geschichte von Sandra Bland

Erstmalig kam der Hashtag im Juli 2015 auf nach dem Tod von Sandra Bland. Die 28-jährige Afroamerikanerin war Angestellte der Prairie View A&M University in Texas. Als sie am 10. Juli 2015 in eine Polizeikontrolle gerät, eskaliert die Situation. 

Sandra Bland wird festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Drei Tage später wird sie tot in ihrer Zelle gefunden - erhängt an einem Strick. Die Polizei behauptet, es sei Suizid gewesen. Die Gegenseite spricht von Polizeigewalt. Der Fall ist bis heute nicht final geklärt. Aber damals wurde das Hashtag #SayHerName ins Leben gerufen, das heute auch im Fall der getöteten weißen Menschenrechtsaktivistin Heather Heyer verwendet wird.

Auch im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod von Männern gibt es den Hashtag. #SayHisName wird aber unterschiedlich aufgenommen. Manche finden, dass Männer, die Opfer von Polizeigewalt werden, eh schon genug Aufmerksamkeit bekommen. Die Sängerin Janelle Monaé verwendet in ihrem Song "Hell You Talmbout" trotzdem beide Varianten des Hashtags.