In Düsseldorf ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt wegen fahrlässiger Tötung: Nach einer Po-Vergrößerung verblutete seine Patientin. Ein so genannter "Brazilian Butt Lift" kann lebensgefährlich sein, erklärt unser Reporter Martin Schütz.

Wer Kim Kardashian kennt, kennt wohl auch das Thema Po-Vergrößerung. Beim "Brazilian Butt Lift" wird der Po mit eigenem Körperfett vergrößert. Dann wird er eben so rund und groß wie zum Beispiel bei Kardashian. Die OP ist vor allem bei Frauen in Brasilien sehr beliebt, aber auch in den USA und in Deutschland wird der Eingriff durchgeführt. Auf Instagram präsentiert Kim Kardashian gerne auch ihr Hinterteil.

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Für die Operation wird zunächst eigenes Fett abgesaugt, das die Ärzte dazu nutzen, um das Volumen des Pos zu vergrößern, so unser Reporter Martin Schütz. Das abgesaugte Fettgewebe wird gezielt in die Gesäßregion injiziert. Doch die Patientinnen müssen dafür genug Fett haben. Sind die Frauen zu dünn, damit der Po eben üppig und rund wird, müssen sie sich entsprechend Fett anessen.

Das eigene Fett wird abgesaugt und wieder injiziert

Die Operation selbst dauert um die vier Stunden, so Martin Schütz. Das variiert je nach Fettmenge. Extrem gefährlich sei die Injektion des abgesaugten Fettgewebes in die Gesäßregion, so Martin Schütz. Denn es besteht das Risiko, dass das Fett nicht nur dahin gespritzt wird, wo es hin soll, sondern auch in die Venen gelangt.

"Bei Po-Vergrößerungen liegt das Sterberisiko bei 1 : 3000."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das Fett kann dann mit dem Blut in die Organe gelangen und zu einer tödlichen Fett-Embolie führen. Zum Beispiel können Fettpartikel in die Lunge eindringen und die Lungengefäße verschließen.

Jeder Mediziner kann sich Schönheitschirurg nennen

Laut BBC und der britischen Vereinigung der Ästhetischen Chirurgen zählen Po-Vergrößerungen zu den gefährlichsten Operationen überhaupt. Das Sterberisiko liege bei 1 : 3000. Das heißt, dass bei 3000 Operationen im Durchschnitt eine Patientin stirbt. Weltweit gibt es geschätzt 335.000 solcher Eingriffe – und damit schätzungsweise mehr als 111 Tote pro Jahr.

Problematisch ist auch, dass sich jeder Mediziner Schönheitschirurg nennen darf. Darauf wies Dennis von Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in der Süddeutschen Zeitung. Auch Mediziner ohne spezielle Ausbildung dürfen eine Po-Vergrößerung durchführen.