Sie sollen Spaß machen, beim Entspannen helfen, gut tun – schaut trotzdem genau auf die Verpackung, bevor ihr einen Penisring überstreift oder einen Dildo einführt. Stiftung Warentest hat Sextoys getestet – und ist auf bei Einigen auf bedenkliche Inhaltsstoffe gestoßen. 

18 verschiedene Spielzeuge haben die Tester untersucht – in drei verschiedenen Kategorien: Vibratoren, Liebeskugeln und Penisringe von verschiedenen Shops und Marken. Stiftung Warentest wollte also eine gewisse Bandbreite abdecken, hat aber zum Beispiel Analtoys oder Vibratoren für Männer aus der Untersuchung rausgelassen.

Bei fünf Spielzeugen hat die Stiftung Warentest eine sehr schlechte Note vergeben, weil Stoffe enthalten sind, die schädlich sein können. Mangelhaft haben ein Auflegevibrator in Entenform und ein Paar Liebekugeln bekommen: Der Test hat ergeben, dass in den beiden Spielzeugen sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK enthalten sind. 

Zu viel Nickel beim Paarvibrator

Außerdem hat ein Vibrator schlecht abgeschnitten, weil er Phenol enthielt. Und in einer Maske, die bei einem Umschnalldildo mitgeliefert wurde, war eine hohe Konzentration DEHP enthalten, ein Weichmacher. Einen Paarvibrator stuften die Testerinnen und Tester außerdem als mangelhaft ein, weil die Ladefläche mehr Nickel abgegeben hat, als erlaubt. 

Der Weichmacher DEHP, der in der Maske gefunden wurde, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Phenol, das in einem Vibrator gefunden wurde, steht im Verdacht, genetische Defekte zu verursachen. Und dann war da noch PAK, das als krebserregend gilt. 

"Einige Vertreter dieser Gruppe gelten als krebserregend. Und unklar ist, welches Risiko für den Verbraucher schadstoffbelasteter Sexspielzeuge ausgeht."
Sara Wagner-Leifhelm hat die Untersuchung als Chemikerin

Das Problem: Gesetzliche Vorgaben, wie viel Schadstoffe Sextoys enthalten dürfen, gibt es nicht. Es gibt nur Grenzwerte für Kinderspielzeuge und eben Infos über die Stoffe, die enthalten sind. Die Grünen haben 2011 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet und wollten erfahren, ob es Grenzwerte für Schadstoffe geben soll und wie die kontrolliert werden sollen: Es hat sich aber bisher nichts in Sachen Richtlinien getan. 

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zu Seytoys aus Materialien greifen, die mit großer Wahrscheinlichkeit keine Schadstoffe enthalten – etwa Dildos aus Glas oder Keramik. Außerdem gibt es mittlerweile einige Online-Sexshops, die sich ethische Sexshops nennen und die zumindest behaupten, dass ihre Produkte schadstofffrei sind. Die werden auch von einigen Bloggerinnen empfohlen. 

Wer einen Vibrator besitzt und unsicher wegen möglicher Schadstoffe ist: einfach ein Kondom drüberziehen. Und regelmäßiges Desinfizieren ist natürlich immer wichtig, damit sich keine Bakterien ausbreiten können.