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Kleidung wird teilweise mit ungesunden Chemikalien behandelt. Wer will, kann darauf achten: Finger weg von chemisch riechender Kleidung. Und solche mit entsprechenden Siegeln kaufen.

Färben von Kleidung ist nicht ohne. Textil- und Lederfarben können für Menschen gesundheitsgefährdend sein. Klamotten werden zum Beispiel häufig mit Azorfarben gefärbt, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Bei einer Indigofärbung von Jeans kommt Anilin zum Einsatz - ebenfalls möglicherweise krebserregend.

"Bei Leder wird mit hochgiftigen Chemikalien gefärbt."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Chemikalien können außerdem Hautreizungen und Allergien auslösen, wenn der Körper sie aufnimmt. Nicht nur für Konsumentinnen und Konsumenten ist das problematisch. Das betrifft auch die Menschen, die Kleidung produzieren.

In der EU gibt es Grenzwerte, unter anderem für die Rückstände Chrom und Blei, die im Oktober 2020 nochmal verschärft wurden. Kontrolliert wird aber nur in Stichproben. "Deswegen gibt es keine hundertprozentige Sicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer.

Tipps für Verbraucher

Zwar weisen die wenigsten Kleidungshersteller aus, wie der Stoff behandelt wurde, doch es gibt ein paar Anhaltspunkte, an denen sich Verbraucherinnen und Verbraucher orientieren können: "Wenn Kleidung stark chemisch riecht oder wenn man direkt das Gefühl hat, dass der Stoff ausdünstet, dann ist das Hinweis für eine starke chemische Behandlung", sagt Anke. Das gilt ebenfalls für Kleidungsstücke, auf die mit einem Hinweis versehen sind, dass man die separat waschen soll, weil die ausfärben können.

Außerdem gilt die Faustregel: Je dunkler die Kleidung, desto belasteter ist sie möglicherweise.

Als Tipp, wie Verbraucherinnen und Verbraucher unbehandelte Ware erkennen können, nennt Anke das Label GOTS. das steht für Global Organic Textile Standard und ist ein weltweit angewendeter Standard für die Verarbeitung von Textilien mit ökologischer Ausrichtung.

"Das GOTS-Siegel findet man auch in Klamotten. Mit dem Siegel werden die meisten Schwermetalle in der Kleidung verboten. Es gibt noch weitere Siegel wie das Made-in-Green von Ökotex."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Nachhaltig ausgerichtete Kleidungshersteller achten in der Regel darauf, dass keine Chemikalien bei der Herstellung verwendet werden.

Man kann die chemischen Stoffe in der Kleidung reduzieren: Vor dem ersten Tragen solle man die Kleidung waschen, rät Anke. Wer will, kann auch Second-Hand-Mode kaufen. Die ist in der Regel unbedenklich, weil sie schon so häufig gewaschen wurde.

"Die meisten Second-Hand-Teile wurden schon so oft gewaschen, dass die problematischen Stoffe nicht mehr in den Textilien enthalten sind."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin