So eine Motorhaube ist ziemlich hart - diese Erfahrung hat Jens gemacht. Nach einem schweren Unfall erleidet er einen Schädelbasisbruch. Ihm muss ein Teil der Schädeldecke entfernt werden.

Wenn Jens darüber spricht, was ihm passiert ist, dann macht er das ziemlich nüchtern. Er berichtet davon in der Sprache der Ärzte. Das fällt ihm nicht schwer, denn er ist selbst Notarzt.

Im Dezember 2014 wird er bei einem Unfall schwer verletzt. Er ist auf dem Nach-Hause-Weg und überquert gerade eine Ampel, als ihm ein SUV in den Rücken fährt. Der Wagen schleift ihn einige Meter mit, bremst dann ab und Jens wird durch den plötzlichen Stopp durch die Luft geschleudert. Er landet auf der Straße und erleidet einen Schädelbasisbruch. Dann Polizei, Notärzte, Rettungswagen - Jens schwebt in Lebensgefahr.

"Es hat aus Nase, Ohren und Augen geblutet. Das sind Zeichen der Schädelbasisfraktur. Und ich bin dann direkt ins CT gekommen und die haben gekuckt, was los ist und haben festgestellt, dass ich eine akute Blutung im Gehirn hab."
Jens über seinen schweren Unfall 2014

Dieser Moment verändert für Jens alles. Der Schädel eines Menschen ist eine ziemlich harte Angelegenheit. Und wenn ein Gefäß darin blutet, drückt das auf das Nervengewebe, weil das Blut sonst nirgendwo hin kann. Dabei kann ein Teil des Gehirns zerstört werden. Jens wird sofort operiert.

"Dieses OP-Verfahren, das angewendet wurde, heißt Hemikraniektomie – also Schädeleröffnung einseitig. Die Fragmente wurden in der Uni-Klinik Bonn eingefroren und sozusagen für mich aufgehoben."
Wie Jens die Operation an seinem Schädel beschreibt

Drei Monate lang lebt Jens mit offener Schädeldecke. Konzentrieren kann er sich kaum. Er beginnt zu phantasieren. Wenn er den Kopf bewegt, fühlt sich das an, wie wenn "eine Tasse Kaffee hin und her schwappt".

Mann, dem ein Teil des Schädels fehlt.
© privat
Jens möchte unerkannt bleiben. Das Foto zeigt, wie sein Schädel ohne rechte Seite aussah.

Mit offenem Schädel und Helm

Mit einem Helm darf er sein Bett verlassen: "Das war zum Schutz meines weichen, rechten Schädels - damit ich, falls ich mich irgendwo stoße, nicht mein Gehirn verletze. Denn da ist ja nur die Haut drüber."

An den Unfall kann Jens sich nicht erinnern. Er hat keine Ahnung, wo er ist. Er hat Familie und Freunde, die dafür sorgen, dass im Krankenhaus Tag und Nacht jemand bei ihm ist. Seine Frau redet mit ihm, obwohl er tagsüber fast durchgehend schläft. Aber wenn er mal kurz zu sich kommt, merkt sie, dass er keinen Schimmer hat, was passiert ist.