Nach der Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum vom 22. Juli erklärt die Polizei, dass es sich um einen klassischen Amoklauf handelt. Mindestens neun Menschen hat der 18-jährige Täter erschossen und weitere 27 verletzt, zehn davon schwer. Danach erschoss sich der Attentäter selbst.

Nach Augenzeugenberichten von der Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum in München musste die Polizei zunächst davon ausgehen, dass es sich um mindestens drei Täter handele. Erst nach gesicherten Erkenntnissen, dass es sich um einen einzelnen Täter handelt, teilte die Polizei mit, dass dieser bereits tot war. Wie sich später herausstellte, fand sie die Leiche des 18-jährigen Attentäters bereits gegen 20:30 Uhr einen Kilometer entfernt vom Einkaufszentrum. Eine Zivilstreife traf auf den Täter kurz zuvor und gab Schüsse auf ihn ab. Die Obduktion des Amokläufers hat inzwischen ergeben, dass der junge Mann sich selbst getötet hat.

Kein islamistischer Hintergrund

Nach Angaben der Polizei wurde der Täter in München geboren, ist dort zur Schule gegangen und besitzt die iranische und deutsche Staatsbürgerschaft. Bei der Polizei war er bislang nicht auffällig gewesen. Die Polizei hat inzwischen die Wohnung der Eltern und das Zimmer des Amokläufers durchsucht. Der Polizeipräsident Hubertus Andrä erklärt, dass es keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund gibt. Bei der Durchsuchung sei kein Material mit Bezug zum IS gefunden worden. Dafür aber Zeitungsartikel, die über Amokläufe berichten wie den von Anders Breivik vor fünf Jahren sowie ein Buch mit dem Titel "Amok im Kopf: Warum Schüler töten".

Opfer waren überwiegend Teenager

Nach letzten Meldungen der Polizei sind acht der Opfer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren alt, ein weiteres Opfer ist eine 45-jährige Frau. Unter den Opfern seien laut Angabe der kosovarischen Regierung drei Bürger ihres Landes.

"Tat und Täter haben nach dem derzeitigen Stand überhaupt keinen Bezug zum Thema Flüchtlinge."
Hubert Andrä, Polizeipräsident in München

In einem Video eines Augenzeugen ist ein Dialog zwischen dem Täter und mehreren Passanten zu hören: Der junge Mann schreit: "Ich bin Deutscher, ich bin hier in München geboren, hier in dieser Hartz-IV-Gegend. Ich war in stationärer Behandlung." In diesen Aussagen könnte ein erster Hinweis auf das Motiv des Täters liegen, vermutet unser Korrespondent Michael Watzke. Auffällig sei, dass der Täter sehr gezielt und treffsicher geschossen habe.

Täter war in psychiatrischer Behandlung

Robert Heimberger vom bayerischen Landeskriminalamt teilt mit, dass sich der junge Mann in ärztlicher und psychiatrischer Behandlung befand. Möglicherweise habe der Täter einen Facebook-Account gehackt und zu Freibier im Olympia-Einkaufszentrum eingeladen, das sei aber bislang nicht gesichert. Für die Tat hat sich der 18-Jährige eine 9-Millimeter-Schusswaffe besorgt, auf der die Nummer ausgefeilt ist. Es handelt sich somit um eine illegale Waffe, für die er 300 Schuss Munition in seinem Rucksack mitführte.

Berichte über die Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum: