Tobias macht Sparen richtig Spaß. Er genießt regelrecht das Erfolgsgefühl, wenn er mal wieder ein Schnäppchen gemacht hat. Lena hingegen pfeift aufs Geldanlegen. Sie lebt lieber jetzt - und meist von der Hand in den Mund.

Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Tobias ist verheiratet, hat einen geregelten Job und lebt mit zwei Kindern im Eigenheim. Lenas hingegen arbeitet als Yogalehrerin, wohnt in einer kleinen Mietswohnung in Berlin-Kreuzberg und ist ständig unterwegs. Und während der eine eifrig Schnäppchen jagt, ist die andere in der Weltgeschichte unterwegs.

Schnäppchen-Tobi

Egal ob günstige Flüge oder billige Handytarif - Tobias kennt sie alle. Und wenn er sie nicht kennt, dann findet er sie. Garantiert. Denn Sparen ist seine Leidenschaft sagt Tobias. Schon als Kind hat er im Getränkehandel Treuetaler von leeren Pfandflaschen abgeknibbelt - und das macht er bis heute. Zum Beispiel auf Partys, wenn es auf Flaschenetiketten etwas zu gewinnen gibt. Sein ganzer Stolz: Zwei Businessclass-Flüge - bezahlt mit Bonusmeilen. Um die einzuheimsen verleiht Tobias sogar schon mal seine Kreditkarte.

"Ich glaube, das ist mir in die Wiege gelegt worden. Meine Oma ist im Krieg groß geworden, hat immer versucht, ihr Geld zusammenzuhalten, die hat das an meine Mutter weitergegeben und so ist es dann an mich gekommen.
Tobias liebt Schnäppchen

Sparen ist nicht gleich Geiz

Obwohl Tobias leidenschaftlich gerne spart - geizig ist er nicht. Er überlegt sich einfach nur drei Mal, ob er etwas sofort kauft oder doch lieber ein günstiges Angebot abwartet. Schon als Kind hat Tobias seine ersten DMark damit verdient, dass er die Etiketten von Colaflaschen abgeknibbelt hat. Für die gab's nämlich eine Treueprämie in Form eines Fünf-Mark-Stücks. Und auch Pfandflaschen hat er schon als Kind gesammelt. Manisch ist Tobias aber nicht. Für ihn ist Schnäppchen jagen ein Hobby, das man auch mal lassen kann.

Yoga-Lena

Für Lena ist Geld wie Energie - wenn man es wirklich braucht, dann kommt es auch. Dazu muss man allerdings sagen: besonders viel Geld braucht Lena nicht. Wenn sie auf Reisen ist, vermietet sie ihre Wohnung unter, um die Kosten zu substituieren. Sie tourt mit Musikern durch Wohnzimmer - und übernachtet dann bei Freunden statt im Hotel oder in der Jugendherberge. Oder sie arbeitet als Volunteer in Peru, wo das Leben wesentlich günstiger ist als in Europa. Nur am Essen spart Lena nicht, da lässt sie sich schon eher die Haare für Geld abschneiden, wenn es dann doch mal eng wird.

"Diese ganze falsche Sicherheit, die man sich schafft, in dem man denkt, man kann die Zukunft steuern, die kann man einfach auch loslassen und sich mehr auf den Moment konzentrieren."
Lena spart nicht

Anstatt sich um ihre Zukunft zu sorgen, versucht Lena ihr Leben im Hier und Jetzt auszufüllen. Sie arbeitet mal als Tourmanagerin für Wohnzimmerkonzerte, mal als Yogalehrerin oder Reiki- und Hypnotherapeutin. Ihre Ausbildungen kosten natürlich Geld. Und manchmal weiß Lena selber nicht so genau, wie sie sich eigentlich finanziert. Manchmal sind es einfach Gelegenheitsjobs. Sparen muss Lena allerdings nicht. Das liegt vor allem daran, dass ihr viele Dinge, für die andere Menschen viel Geld ausgeben, nicht mehr so wichtig sind.

"Ich weiß nicht, wie ich das die letzten fünf Jahre gemacht habe, aber ich konnte alles machen, wie ich es mir gewünscht habe und noch mehr."
Lena, Lebenskünstlerin