Ein Schnabelwal hat sich in die Ostsee ins Wohlenberger Wiek bei Wismar verirrt. Und bisher ist es gar nicht so einfach, ihn zur Rückreise zu überreden.

Seit elf Tagen ist ein Sowerby Zweizahnwal aus der Familie der Schnabelwale in der Wohlenberger Wiek bei Wismar unterwegs. Er hat sich aus dem Atlantik verirrt. Forscher des Deutschen Meeresmuseums beobachten das Tier und wollen ihn retten - sollte sich sein Zustand verschlechtern. Bisher findet das Tier genug Nahrung und kann relativ ungestört seine Bahnen ziehen.

Michael Dähne, Kurator für Meeressäuger am Deutschen Meeresmuseum, der die Beobachtung und die eventuelle Rettungsaktion koordiniert, hat zurzeit die Hoffnung, dass es der Wal ganz alleine aus der Wohlberger Wiek schafft. Die Wissenschaftler haben schon probiert, dem Meeressäuger Schallaufnahmen vorzuspielen, um ihn webzulocken - ohne Erfolg.

Keine Tintenfische in der Wohlberger Wiek

Das große Problem für den Schnabelwal: Er ernährt sich normalerweise von Tintenfischen. Für die ist die Bucht nicht tief genug. Die Forscher haben auch vergeblich versucht, das Tier mit seiner Leibspeise aus der Bucht zu locken. Offensichtlich hat er in ungewohnter Umgebung genug Fisch erbeutet. Die Forscher hoffen, dass er sich langfristig auf seine Natur besinnt und sich auf die Rückreise in den Atlantik macht. Und wenn nicht? Dann wird wieder mit Schall nachgeholfen. Sollte die Waldame stranden, dann würde es wirklich ernst für den Meeressäuger.

"Bevor das Tier nicht gestrandet ist, kann man nicht viel machen."

Besucher sind kein Problem für den Wal, wenn sie an Land bleiben. Zu viel Bootsverkehr kann allerdings zu stressig für das Tier werden, sagt Michael Dähne. Vor allem wenn der Motor nicht abgeschaltet ist und eine Distanz von 200 Metern zum Tier nicht eingehalten wird. Eine ganz wichtige Frage ist bei der großen Walirrfahrt noch nicht geklärt: Wie soll die Dame heißen? Till Haases Vorschlag: Marlis.

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