Heizungen und Schornsteine sind ihr alltägliches Geschäft. Und dann ist da noch die unbezahlbare Aussicht, sagt die angehende Schornsteinfegerin Marissa Schiffer.

Marisa Schiffer ist 22 und im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Schornsteinfegerin. Sie lebt und arbeitet in der Nähe von Cottbus. Ihr Beruf war 2020 der Ausbildungsberuf mit den niedrigsten Tariflöhnen.

Das niedrige Einstiegsgehalt hat Marisa weder am Beginn ihrer Ausbildung abgeschreckt, noch bedauert sie ihre Entscheidung im Nachhinein. Sie würde sich wieder bewerben und empfiehlt ihr Gewerbe – ohne Einschränkungen.

Bewegung gehört dazu

Zum Einstieg hat sie der Besuch einer Ausbildungsmesse überzeugt. Sie stellt sich vor, in diesem Beruf zu bleiben. Marissa sagt: "Es ist wirklich der schönste Beruf. Man ist in Bewegung, lernt neue Leute kennen, sitzt nicht im Büro und kriegt einen steifen Nacken."

"Ich empfehle es, diesen Beruf zu nehmen. Das Gehalt ist nicht ausschlaggebend. Die Aussicht überwiegt immer und jeden Tag das niedrige Gehalt."
Marisa Schiffer, macht eine Ausbildung zur Schornsteinfegerin

599 Euro verdienen Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger durchschnittlich monatlich im ersten Lehrjahr. Auszubildende als Schornsteinfegende waren diejenigen mit den niedrigsten Tariflöhnen. Der Ausblick während ihrer Arbeit - und Marissa muss in ihrem Bezirk oft auf die Hausdächer - begeistert sie immer wieder aufs Neue.

"Das Schönste ist, wenn wir auf die Dächer steigen. Ich habe einen kleinen Landkehrbezirk."
Marisa Schiffer, macht eine Ausbildung zur Schornsteinfegerin

Die ländliche Umgebung in ihrem Kehrbezirk und der Blick über Felder und Häuschen gefallen ihr von oben besonders gut. Außerdem sieht sie von dort oft den Sonnenaufgang und auch der Kontakt mit den Kundinnen und Kunden sei in der Regel erfreulich.

"Die meisten Leute freuen sich, mich zu sehen. Das kann ich Gottseidank sagen."
Marisa Schiffer, macht eine Ausbildung zur Schornsteinfegerin

Nach einer Tariferhöhung gibt es nun 640 Euro im ersten Lehrjahr, 710 Euro im zweiten und 810 im letzten. Marissa sagt, dass sie Kaufimpulsen nicht unmittelbar nachgebe und mit guter Planung mit dem Geld hinkomme.

Versicherung als Luxus

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat sie allerdings nicht abgeschlossen. Marissa sagt: "Als Azubi kann man sich die Berufsunfähigkeitsversicherung meist nicht leisten. Wenn man ausgelernt hat, ist es zu empfehlen, dass man eine abschließt." Nach Abschluss ihrer Ausbildung hofft sie, einen Kehrbezirk in Senftenberg bei Cottbus neu betreten zu dürfen. Sie wechselt dann ihren Arbeitsplatz.