Gehirn

Wer es aufschreibt, behält's

Per Hand etwas aufzuschreiben, hat einen konkreten Nutzen: Man merkt sich das Niedergeschriebene besser - und trainiert gleichzeitig wichtige feinmotorische Fähigkeiten.

Schreibt einen Pfuschzettel, ihr müsst sowieso nicht drauf gucken. Denn alles, was man aufschreibt, kann man sich besser merken. Das liegt nicht etwa daran, dass Schreiben per Hand etwas ins Gedächtnis einbrennen würde.

Es ist aber bekannt: Man kann sich Dinge besser merken, wenn das Gehirn sie über verschiedene Sinneseindrücke erlebt hat. Eine Handlung zum Beispiel merkt man sich besser, wenn man sie einmal selbst ausgeführt hat, sagt Peter Weiss-Blankenhorn, Professor für Neurologie am Forschungszentrum Jülich. Und weniger gut, wenn sie einem einfach nur erklärt wird.

Eine schöne Handschrift braucht Übung

Beim Schreiben ist es ähnlich. Wer für eine Klausur lernen muss und die Matheformeln nur liest, hat eine kleinere Chance, sie sich zu merken - sie steigt, wenn man die Formeln auch aufschreibt. Effektiver ist hier sogar das Schreiben per Hand. Denn im Vergleich zum PC oder Tablet sind die Variationsmöglichkeiten größer - jedenfalls bei ähnlichem Aufwand. Per Hand hat man schnell etwas größer und kleiner geschrieben, unterstrichen, bunt gemacht, an den Rand geschrieben oder mit einem Pfeil oder einer Skizze versehen. Und das Gedächtnis mag Variation.

Handschriften wollen übrigens trainiert werden, sagt Weiss-Blankenhorn. Menschen, die wenig per Hand und nur noch mit elektronischen Geräten schreiben, verlieren die Fähigkeit, schön und präzise zu schreiben. Denn für das Schreiben per Hand sind komplexe feinmotorische Fähigkeiten nötig - und die brauchen Übung.

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