Einfach nur kalt und wässrig? Warum die Antarktis so schutzbedürftig ist, erklärt der Biologe Stefan Hain zum Beginn der Schutzkonferenz.

Größere Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer: Darum geht es bei der 41. Konferenz der Antarktis-Kommission im australischen Hobart. Allerdings blockieren China und Russland die Einrichtung weiterer Schutzgebiete seit Jahren. Einstimmigkeit ist das Prinzip der CCAMLR, erklärt der Biologe Stefan Hain und sagt: "Das Einstimmigkeitsprinzip hat in der Vergangenheit sehr viele Vorteile gehabt. In den letzten Jahren wird es umgedreht und quasi zur Blockade genutzt."

Heute hat das Übereinkommen 27 Mitglieder (Stand 24.10.2022). Es kann über Schutzgebiete, Fangquoten und allgemeine Fischereiregeln entscheiden. Konkret sei es beispielsweise gelungen, den Beifang von Albatrossen stark zu reduzieren.

Ein schutzbedürftiges Seegebiet

Stefan Hain ist umweltpolitischer Sprecher des Alfred-Wegener-Institutes und Mitglied der Konferenz. Er weist darauf hin, dass bereits zwei Schutzgebiete eingerichtet worden sind: ein größeres im Rossmeer und ein kleineres 2009.

"Wir müssen einstimmig entscheiden, wenn irgendwelche Regelungen getroffen, Schutzgebiete eingerichtet oder Fangquoten festgelegt werden."
Stefan Hain, Alfred-Wegener-Institut

Was in der Antarktis passiert, hat globale Auswirkungen, erklärt Stefan Hain. In der Antarktis werden Tiefenwasserströme gebildet.

Wasserströme wie Pumpen

Sie seien Pumpen gleich, die sämtliche Ozeanströmungen in der Welt auf den Weltmeeren anschieben. Außerdem sei die Antarktis voller Organismen, die für Ökosysteme weltweit wichtig sind.

"Unser Golfstrom wird angetrieben von kaltem Wasser, das in der Antarktis produziert wird."
Stefan Hain, Alfred-Wegener-Institut

Er weist darauf hin, dass sich unter dem Eis und im Wasser der Antarktis ein erstaunlich artenreiches Leben verbirgt und vergleicht es mit den Korallenriffen der Weltmeere: "Da werden diese Riffe halt nicht von Korallen gebildet, sondern von Schwämmen und Moostierchen. Das sind Wälder, etliche Meter hoch, über Kilometer lang. Uralte Schwämme, wo dann andere Organismen draufsitzen."

  • Moderatorin:  Anke van de Weyer
  • Gespärchspartner:  Stefan Hain, Alfred-Wegener-Institut