Eine Kröte aus dem Kongo tarnt sich als Giftschlange indem sie das Verhalten, die Geräusche und das Aussehen der Schlange imitiert. Sie scheint das erste bekannte Amphibium zu sein, das ein Giftschlange nachahmt.

Nachahmung von Körpermerkmalen anderer Tiere als Schutz vor Fressfeinden – das kennen wir von einigen Tieren. Harmlose Fliegen tarnen sich zum Beispiel als Wespe oder Honigbiene, indem sie die gelb-schwarzen Steifen der Wespen nachahmen.

Forschende der Uni Texas haben im Kongo in Zentralafrika eine Kröte entdeckt, die als erstes bekanntes Amphibium eine Giftschlange nachahmt. Um für Fressfeinde besonders gefährlich auszusehen, ahmt diese Riesenkröte das Aussehen des Kopfes der Östlichen Gabunviper nach.

"Bei der Kröte ist die Haut ähnlich glatt und gemustert wie die der Schlange."
Meike Rosenplänter, Deutschlandfunk Nova

Diese Giftschlange ist eine der größten und schwersten Vipern Afrikas. Für ihre Fressfeinde wird sie aufgrund ihrer sehr langen Fangzähne und ihres Gifts gefährlich – im Vergleich zu anderen Schlangen kann die Östliche Gabunviper besonders viel davon produzieren.

Zum einen ähnelt die Haut der Kröte der der Schlange: Struktur und Muster sind sehr ähnlich. Außerdem imitiert sie das Verhalten der gefährlichen Viper. Die verteidigt sich nämlich mit Zischlauten, wenn sie sich bedroht fühlt – die Kröte gibt ähnliche Zischlaute von sich.

Und auch die die Körperhaltung der Viper ahmt sie nach, um Drohsignale zu senden. Im Laub ist sie damit für Fressfeinde nur schwer von der Viper zu unterscheiden. Wissenschaftler nennen dieses Tarnen durch Nachahmen Bates'sche Mimikry.

Bates'sche Mimikry: Verhalten, Aussehen und Geräusche anderer Tiere nachahmen

Mit ihrem Tarnverhalten ist die kongolesische Riesenkröte nicht alleine. Zwei US-amerikanische Wissenschaftler haben im peruanischen Regenwald zum Beispiel eine Fangschrecke entdeckt, die sich als giftige, orange-schwarze Schlupfwespe tarnt.

Die Fangschrecke nutzt für ihre Tarnung Pflanzenteile wie Blätter oder Blüten – anders als die Kröte setzt sie dabei auf Unscheinbarkeit. Ähnlich wie die Kröte aber hat die peruanische Fangschrecke ebenfalls das Verhalten der Wespen zu ihrem Schutz übernommen. Sie ist damit die erste dokumentierte Fangschrecke, die mithilfe der Bates'schen Mimikry eine auffällige Wespe nachahmt.