Im Schwimmbad wird es kälter: Viele Bäder sparen und heizen das Wasser weniger. Für uns kann sich das dann frischer anfühlen – muss es aber nicht.

Viele Hallenbädern setzen wegen der steigenden Energiekosten Sparmaßnahmen um. Laut der Deutschen Gesellschaft für Badewesen können Schwimmbäder ihren Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent senken, wenn sie die Wassertemperatur um zwei Grad verringern. In den Schwimmbecken wäre das Wasser dann 26 Grad warm, anstatt der regulären 28 Grad. Manche Bäder haben das so auch schon umgesetzt.

"Zwei Grad weniger können schon als deutlich kühler wahrgenommen werden, auch wenn es wenig klingt."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Im kalten Wasser nicht frieren

Eine Wassertemperatur von mindestens 26 Grad empfiehlt auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Bei zwei Grad weniger kann sich das Wasser zwar schon deutlich kühler anfühlen. Ob wir tatsächlich frieren, ist individuell und hängt beispielsweise davon ab, ob wir aufgeheizt sind und ins kalte Wasser springen oder uns vorher schon abkühlen und wie fit wir grundsätzlich sind. Es hängt auch davon ab, wie viel wir uns im Wasser bewegen – und ob wir auch in Bewegung bleiben.

Darauf müssen jetzt auch die Studierenden der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) achten. Ihr Schwimmzentrum möchte seinen Energieverbrauch ebenfalls auf eine Wassertemperatur von 26 Grad senken.

Damit die Studierenden bei ihren Übungseinheiten im Wasser nicht auskühlen, sollen sie konstant in Bewegung bleiben. Das bedeutet: Pausen werden verkürzt und Instruktionen möglichst schon geklärt, bevor die Studierenden im Wasser sind, sagt Dozent Fabian Möller. Wenn sie sich erst mal eingeschwommen haben und die Bahnen mit hohem Tempo schwimmen, sollten sie kaum etwas von den fehlenden zwei Grad merken.

Schwimmen wie im Meer

Grundsätzlich gilt das 26 Grad warme Wasser auch in regulären Schwimmbädern als vertretbar. Es ist also mehr eine Frage des Wohlfühlfaktors, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Im Meer oder See ist das Wasser zum Beispiel deutlich kühler. Erst bei einer Wassertemperatur von unter 16 Grad kann das Schwimmen für uns gefährlich werden.

Wer es trotzdem warm haben möchte im Schwimmbecken, sollte sich bei den örtlichen Schwimmbadbetreiber*innen informieren. Die Berliner Bäder zum Beispiel erlauben wegen der Energiesparmaßnahmen ab sofort das Tragen eines Neoprenanzuges und empfehlen eine Badekappe aus Latex.

  • Moderatorin:  Jenni Gärtner
  • Gesprächspartner:  Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova