Am Wochenende laufen und springen sie wieder. Dann beginnt die Leichtathletik-WM. Und: Der Weltverband hat einen neuem Chef. Der ehemalige Olympia-Sieger Sebastian Coe ist frisch gewählter Präsident des IAAF. Er will mehr Wettkämpfe und ein jüngeres Publikum. Das Thema Doping ist nicht seins. Doch der Skandal ist noch lange nicht vorbei, sagt Sportjournalist Jochen Leufgens.

Mittelstreckler gegen Stabhochspringer. So sah die Wahl zwischen Sebastian Coe und Sergej Bubka aus. Beide ehemaligen Olympia-Sieger wollten Präsident des Leichtathletik-Weltverbands IAAF werden. Coe hat sich durchgesetzt.

Der Brite ging nach seiner Karriere als Sportler in die Politik. Später war er auch als Geschäftsmann tätig. Mit durchaus dubiosen Geschäftspartnern, sagt Jochen. Sebastian Coe war zum Beispiel beratend tätig für die Regierungen in Turkmenistan oder auch Aserbaidschan. Zwei Länder, die nicht für ihre Demokratie bekannt sind.

"Die Berichterstattung über die Dopingfälle bezeichnet Sebastian Coe als Kriegserklärung an seinen Sport."
Der Sportjournalist Jochen Leufgens über Doping im Leichtathletik-Weltverband

Jetzt ist Coe Präsident vom IAAF. Der Verband ist zurzeit in einen Doping-Skandal verstrickt. ARD und Sunday Times hatten über Dopingvorfälle berichtet. An dieser Recherche war auch Jochen beteiligt. Dass Coe die Arbeit der Journalisten als Kriegserklärung an den Sport bezeichnet, kann Jochen nicht verstehen. Es sind die Doper, die der Leichtathletik den Krieg erklärt haben, sagt der Sportjournalist.

Nach seiner Wahl ging Coe in seiner offiziellen Erklärung mit keinem einzigen Wort auf das Thema Doping ein. Er sprach von mehr Wettkämpfen, und er will die Leichtathletik auch für ein junges Publikum attraktiver machen. Ob Coe das Problem Doping einfach ausblenden kann, ist fraglich. Der Doping-Skandal ist noch lange nicht vorbei, sagt Jochen.