Neues Deichkind Album

"Lass uns mal keine Saufsongs mehr machen"

Aus einem Gefühl der Angst und Ohnmacht ist das neue Deichkind-Album "Wer Sagt Denn Das?" entstanden. Eine politische Band wollen sie nicht sein. Und dass sie keine Saufsongs mehr machen wollen, hat auch nicht ganz geklappt.

Die deutschen Medien sind begeistert. Vor allem die Süddeutsche Zeitung findet, dieses Album sei das größte Popspektakel der vergangenen 30 Jahre. Sebastian "Porky" Dürre von Deichkind freut sich über das Lob, aber es gebe bei ihnen keine Starhierarchie zwischen Publikum und Rapper. Und sowieso: Sie machen halt einfach, sagt er. Der Song "1000 Jahre Bier" sei beispielsweise so entstanden, dass einer gesagt hat: "Lass uns mal keine Saufsongs mehr machen“. Und dann sagt einer "1000 Jahre Bier", alle lachen und dann gehe das eben so los. "Dann fängst du an und es türmt sich immer mehr zu etwas auf, was es dann ist.“

Kapitalismus, Fake News, Hedonismus

"Wenn ich mich politisch interessiere, lese ich eine Sascha-Lobo-Kolumne. Wir sind keine politische Band.“
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Von der schmuddeligen Trash-Band zu den deutschen Beastie Boys

Ein politisches Statement sei das Album nicht. Eher eine gesellschaftliche Beobachtung: Ohnmacht und Angst, diese Gefühle spiegeln sich in dem Song "Wer sagt denn das?", sagt Sebastian "Porky" Dürre. Vor vier Jahren, zum letzten Deichkindalbum, habe Sebastian "Porky" Dürre noch die Social Media nach Slogans und Zeilen gescannt. Doch das sei jetzt anders: "Ich kann das nicht mehr", sagt er vier Jahre später dazu. Er nehme jedes Detail war und das sei ihm alles zu viel geworden.

"Als man nicht mehr versucht hat, stumpf irgendwie amerikanischen Hip-Hop zu kopieren oder jetzt irgendwie bei der ich sag mal arroganten damaligen Hamburg Hip-Hop-Szene irgendwie mitzumachen und dann wird man doch weggesnobbt. Als man das alles hinter sich gelassen hatte und eigentlich es egal war. Das war irgendwie so ein Funke und ab dann ging’s nach oben.“
Sebastian "Porky" Dürre

Auf dem neuen Album zitieren sie zwar nicht mehr aus den sozialen Medien. Dafür aber sich selbst, Miley Cyrus, Matrix, Star Wars oder längst vergessene Eissorten wie Gino Ginelli. Außerdem haben sie auf diesem Album sehr viele Gäste dabei: Jan Böhmermann, Olli Schulz, Felix Kummer zum Beispiel