Na jetzt wollen wir mal nicht direkt jede selbstangebaute Zucchini aus dem Garten unter Generalverdacht stellen. Aber der Fall aus Heidenheim zeigt: Selbstangebautes Gemüse kann tödliche Giftstoffe enthalten. Ein Mann war nach dem Verzehr einer Zucchini gestorben. Seine Frau überlebte nur knapp.

Da denkt man: besser geht's nicht. Selbstgezogen, im eigenen Garten, aus Samen des Vorjahres, selbst geerntet, verkocht, gegessen. Aber genau das war der Fehler. Die Zucchini, die das Rentnerehepaar aus Heidenheim gegessen hatte, war giftig. Sie enthielt Cucurbetacin. Ein Bitterstoff, mit dem sich Zucchinis vor Fressfeinden schützen. Er kommt aber nicht nur in Zucchinis vor, sondern bei allen Kürbisgewächsen. Also Gurken, Kürbissen und Melonen.

Vorsicht wenn es bitter schmeckt

Bitterer Geschmack könnte ein Hinweis auf Gift sein. Der Mensch hat die Fähigkeit von Gemüse, Cucurbetacin zu bilden, eigentlich rausgezüchtet. Jetzt ist die Frage, wie das Cucurbetacin in die Zucchini zurückgekommen ist. Eine Möglichkeit ist, dass die Zucchini-Pflanze vom vergangenen Jahr mit den Pollen von einem Zier-Kürbis befruchtet wurde. Die beiden Pflanzen sind eng verwandt. Und weil Zierkürbisse nicht gegessen werden, sondern nur zur Deko da sind, wurde dieses Cucurbetacin nicht rausgezüchtet.

Im Netz sorgt die Zucchini auf jeden Fall für Aufsehen:

Nie wieder Gemüse aus Selbstanbau?

Es könnte sein, dass der Hobbygärtner dadurch, dass er immer wieder eigene Samen genommen hat, die giftbildende Eigenschaft der Zucchini wieder zum Vorschein gebracht hat. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man die Samen im Handel kauft. Da gibt es nur sogenannte F1-Hybride. Die 1 steht hier für die erste Generation - das heißt: Kreuzungen von reinrassigen Zucchini-Sorten. Wer Selbstangebautes aus dem Garten essen möchte, dem bleibt nur eins: Vor dem Verzehr probieren, wenn es bitter schmeckt, muss es in den Müll.