Nackt posieren, alleine campen, kündigen, Fallschirm springen, crowdsurfen - für die einen ein Traum, für die anderen ein Albtraum: Michelle Poler gehört zu Kategorie Zwei. Dennoch hat sie all diese Dinge ausprobiert. Und sich 100 Tage lang ihren Ängsten gestellt.

Michelle Poler ist Anfang 20, lebt in New York und studiert "Branding" an der School of Visual Arts. Bis vor ein paar Monaten hat sie noch nie eine Hochzeit gecrashed oder einen Mann mit Bodypainting bemalt. Nun macht sie so etwas jeden Tag. 100 Tage, hat sie sich vorgenommen, will sie sich ihren Ängsten stellen. Dies dokumentiert sie im Videoblog - dazu gibt es ein Vorher-Nachher Angstrating von "Totally freaking out" bis "Fun".

Ihr Vorhaben begann mit einem Uni-Projekt, das die Frage stellte: Was hindert mich daran meinen Traum zu leben? In Michelles Antwort prangte nur ein Wort: Angst. Sie war immer eher der ängstliche Typ. Großen Hunden ging sie aus dem Weg, ihr Leben hatte sie am liebsten gut organisiert unter Kontrolle. In New York, merkte Michele, würde das mit der Kontrolle nicht funktionieren. Also: Ängste aus dem Weg räumen, um das Leben im Big Apple endlich richtig zu genießen. Mit all seiner verrückten Unberechenbarkeit.

In ihrer Angstliste finden sich einige Dinge, die eher wie ein Klacks klingen wie zum Beispiel "eine Katze halten". Aber auch andere, die schon mehr Mumm erfordern wie "eine Schlange halten". Bei wieder anderen geht es um wesentlich grundlegendere Ängste, die viele kennen: die Angst einer Fernbeziehung eine Chance zu geben oder einem anderen Menschen zu vertrauen.

"Most of the fears are the worst before I do them. And after that I am like: How was I even afraid of that?!"
Michelle Poler

Gerade ist Michelle in einem Stand-up-Club aufgetreten - mit ziemlich großem Erfolg. Knapp zehn Herausforderungen warten noch auf sie. Was sie danach macht? Der Plan steht noch nicht ganz fest: beängstigend eigentlich.