Wer Jack the Ripper war, darüber gibt es seit 1888 Vermutungen. Unter Verdacht stand damals auch der polnische Einwanderer Aaron Kosminski. Aus Mangel an Beweisen musste die Polizei den Frisör aber wieder frei lassen.

Bei einer Auktion erwarb der Buchautor Russell Edwards vor ein paar Jahren einen Schal aus dem Polizei-Archiv von Scotland-Yard. Besagter Schal stammt vom Tatort, wo Jack the Ripper die Prostituierte Catharine Eddowes erstochen hatte. Ein Polizist brachte den Schal seiner Frau mit, die ihn aber weder trug noch wusch. Das blutige Erbstück wurde von Generation zu Generation weitergereicht bis es bei der Auktion landete.

Russell Edwards hat den Molekularbiologen Jari Louhelainen beauftragt, den Schal zu analysieren. Zuvor hatte der Autor Nachkommen um DNA-Material gebeten.

Zweifelhaftes Ergebnis

Der Wissenschaftler fand zwei DNA-Spuren auf dem Schal: einmal Blut und einmal Sperma. Die DNA stimmt einerseits mit der DNA der Nachkommen von Catharine Eddowes und andererseits mit der der Nachkommen von Aaron Kosminski überein. Damit steht für Russell Edwards, dass der polnische Friseur Jack the Ripper gewesen sein muss.

Klingt plausibel, doch einige Wissenschaftler hegen Zweifel an dem Ergebnis: Der britische Genetiker Alec Jeffreys, der vor 30 Jahren den genetischen Fingerabdruck erfunden hat, kritisiert, dass der Molekularbiologe in keiner Fachzeitschrift über die Analyse berichtet. Außerdem gibt es keinen weiteren Experten, der die Analyse verifiziert.