Pepe das Stinktier ist eine bekannte Looney-Tunes-Figur. Aus dem Film "Space Jam 2" wurde er jetzt aber rausgeschnitten. Kurz zuvor hatte ein US-amerikanischer Kolumnist die Figur als sexistisch und unzeitgemäß bezeichnet.

Die Filmproduktionsfirma Warner Bros. sagt, dass schon vor einem Jahr entschieden wurde, dass die Szenen mit Pepe dem Stinktier aus dem Film "Space Jam 2" entfernt werden. Der Film soll im Juli diesen Jahres erscheinen.

Damit sagt Warner Bros. indirekt, dass das Entfernen von Stinktier Pepe nichts mit der Kritik des US-amerikanischen Journalisten Charles M. Blow zu tun hat. Der hatte Anfang März in seiner New-York-Times-Kolumne geschrieben, dass das Stinktier für eine Rape Culture stehe und somit nicht zeitgemäß und kein gutes Vorbild für Kinder sei.

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Verniedlichte sexuelle Belästigung

Der Kolumnist macht seine Einschätzung an einem Cartoon fest, in dem Pepe die Katze Penelope gegen ihren Willen küsst und auch die Türen verschließt, damit sie ihm nicht entfliehen kann. Er bezeichnet diese Szene als verniedlichte sexualisierte Gewalt. Nach dem Erscheinen des Artikels entstand eine Debatte und auch die Frage, wie sehr die Entscheidung von Warner Bros. mit dieser Kritik zusammenhängt.

Pepe das Stinktier
© IMAGO / Everett Collection
Verniedlichte sexuelle Belästigung: Pepe das Stinktier küsst die Katze Penelope gegen ihren Willen.
"Der Schritt, eine Figur nicht mehr auftauchen zu lassen, ist in meinen Augen absolut das Richtige. Man sollte Bewusstsein dafür schaffen und versuchen, mit dem kulturellen Erbe richtig umzugehen."
Anna Wollner, Deutschlandfunk-Nova-Filmreporterin

Es gab und gibt immer wieder Diskussionen, um Zeichentrickfiguren. Charles M. Blow zählt in seinem Artikel weitere Beispiele für unzeitgemäße, weil rassistische Darstellungen auf. Er nennt zum Beispiel einen Cartoon mit der Figur Speedy Gonzalez, dessen Freunde das Stereotyp von betrunkenen, lethargischen Mexikanern untermauerten.

Auch ein Beispiel des Disney-Konzerns zählt der Kolumnist auf: Im Klassiker Dumbo kommt eine Gruppe Krähen vor, die im Original mit afroamerikanischem Akzent sprechen und singen. Das spiele auf das Stereotyp der singenden tanzenden Schwarzen an. In einem Remake des Regisseurs Tim Burton fehlen diese Krähen.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anna Wollner findet es richtig, das sexistisch anmutende Charaktere wie Pepe das Stinktier aus Filmen entfernt werden, auch wenn sie zu den Klassikern zählen.

Positive Entwicklungen: Charaktere können sich wandeln

Allerdings gibt es auch Beispiele von Cartoon-Figuren, die über die Jahre eine Wandlung durchmachen. Anna Wollner nennt She-Ra als Beispiel: Sie ist die Zwillingsschwester von He-Man und war in den Zeichentrickfilmen der 1980er nur leicht bekleidet. Ihre Haupteigenschaft: sexy sein. In der Neuauflage von 2018 hat sie definitiv mehr Klamotten an und wird nicht mehr nur über ihren weiblichen Körper definiert.

Ein weiteres Beispiel sind Kyle und Stan aus "Southpark". Die beiden Figuren seien anfangs sehr sexistisch und rassistisch gewesen, hätten sich aber im Laufe der Zeit weiterentwickelt und seien dann zu einer Art Antithese des Fieslings Cartman geworden, sagt Anna Wollner.

Darstellerin sieht es als verpasste Chance

In der Szene aus "Space Jam 2", in der Pepe das Stinktier vorkam, hatte er ungefragt den Arm einer Barkeeperin geküsst. Sie hatte ihm als Reaktion einen Drink ins Gesicht geschüttet.

Die Schauspielerin Greice Santo, die diese Barfrau spielt, die von Pepe belästigt wird, hat kritisiert, dass diese Szene herausgeschnitten wurde. Sie sieht es als vertane Chance, jungen Zuschauerinnen zu zeigen, dass man sich gegen übergriffiges Verhalten wehren kann und auch wehren sollte.