Wenn man unzufrieden mit der eigenen Sexualität oder dem Sexleben oder einfach neugierig darauf ist, in welche Richtungen man das eigene Sexleben erweitern könnte, gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon: Sexological Bodywork.

Sexological Bodywork wurde in den 80er-Jahren unter anderem von dem US-Amerikaner Joseph Kramer entwickelt und erhält gerade unter anderem durch die Netflix-Serie "Sex, Love and Goop" vermehrt Aufmerksamkeit. In der Serie werden Paare begleitet, die ihren Sex und die gemeinsame Intimität verbessern wollen.

Sexological Bodywork ist eine Form der Körperarbeit. Das heißt, im Gegensatz zum Beispiel einer Gesprächstherapie oder einem Coaching steht die Wahrnehmung des eigenen Körpers stark im Fokus. Unter anderem geht es um Fragen wie: Wie fühle ich mich eigentlich in meinem Körper? Wie bewege ich mich als Mensch in der Welt? Oder auch: Wie ist eigentlich mein Zugang zu meinem Körper?

Themen, die dabei bearbeitet werden können, sind unter anderem Orgasmusprobleme, Schmerzen beim Sex, Scham, Verspannungen.

Das Besondere an dieser Methode ist laut systemisch-somatischem Begleiter Nino Mar Seliz, dass es dabei erst mal nicht um das sexuelle Zusammenspiel mit anderen Personen geht, sondern nur um einen selbst.

"Sexological Bodywork setzt bei einem Individuum an und schreibt auch die Verantwortung für den eigenen Körper dem Individuum zu."
Nino Mar Seliz, Leiter des Instituts für somatische Bildung, Sexualität und Körperarbeit Berlin

Körperarbeit kann in dem Fall auch bedeuten, dass mit Berührungen gearbeitet wird, auch im Intimbereich. Das kann zum Beispiel hilfreich sein, um zu fühlen, ob es irgendwo Verspannungen gibt oder wie der Körper auf einzelne Berührungen reagiert. Hierbei ist es für Nino wichtig, dass vorher nicht nur die Rollen geklärt sind, sondern eine Berührung in dem Moment wirklich sinnvoll ist.

"Es wird nur dann mit Berührung gearbeitet, wenn die Person bereit ist für Berührung und es eine Intention gibt."
Nino Mar Seliz, Leiter des Instituts für somatische Bildung, Sexualität und Körperarbeit Berlin

In Eine Stunde Liebe spricht Nino außerdem darüber, warum es bei der Methode Sexological Bodywork auch um eine politische Komponente geht und man über Themen wie kulturelle Aneignung sprechen muss. Und Martin aus Berlin berichtet von einer Sexological-Bodywork-Session, bei der es um seinen Anus ging.