Ein Ansatz, mit sich selbst achtsam zu sein, ist sich selbst zu erkennen - was zum Beispiel mit der Erkenntnis verbunden sein könnte, dass es kein festes, beständiges Selbst gibt.

Je besser wir uns selbst kennen, desto mehr können wir auf unsere innere Stimme hören, wissen, was uns gut tut, wer wir sind und was wir brauchen.

"Im Westen geht man ja davon aus, dass man ein festes Selbst hat, einen unveränderbaren Kern. Buddhisten dagegen glauben, dass es kein separates, getrenntes Selbst gibt, nichts kann allein, separat existieren. So lehrte der Buddha, dass wir Menschen vor allem leiden, und auch leiden verursachen, weil wir von diesem separaten Selbst ausgehen."
Main Huong Nguyen

Wenn wir uns zum Beispiel als Mensch betrachten, können wir sehen, dass wir aus vielen Elementen der Natur bestehen: In mir ist Wasser, in mir sind Mineralien, wie auch in Steinen, in mir ist Wärme, also die Sonne. Wenn man diese Einsicht hat, ist es ganz natürlich, dass man dann die Umwelt schützen will, weil das Verständnis da ist: Wenn die Erde leidet, leide auch ich.

Außerdem geht es mir jeden Tag anders, so wie das Wetter oft unterschiedlich ist. Heute bin ich vielleicht Sonnenschein und morgen Regen. Es gibt kein festes Wetter - und so gibt es auch kein festes Selbst.

"Diese Sich-selbst-Erkennen ist einerseits philosophisch, und wir können uns auf einen Stein setzen und darüber nachdenken. Andererseits ist es auch sehr praktisch! Wir können es trainieren und einfach machen. Und Selbsterkenntnis ist am Ende auch besser für unseren Blutdruck."
Diane Hielscher

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