Jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 400 Fahrradfahrer ums Leben und fast 15.000 werden schwer verletzt. Wir sagen euch, welche Situationen besonders gefährlich sind. 

Die Zahl der Radfahrer steigt stark, der Bau von besseren und sicheren Radwegen ist dringend notwendig. Damit liegt eine große Verantwortung bei den Städten, die Infrastruktur zu verbessern, um das Radfahren sicherer zu machen. 

In manchen Fällen sind Radfahrer auch mitschuldig. Eine besonders gefährliche Situation ist, wenn Radfahrer auf dem Radweg gegen die Fahrtrichtung fahren. Fußgänger und Autos rechnen nicht damit, dass ein Radfahrer von der anderen Seite kommt, und das führt dann zu Unfällen. 

"Der Abbiege-Unfall ist die dominierende Unfall-Art zwischen Radfahrer und Autofahrer, wenn der Radfahrer nicht der Verursacher ist. In Berlin hatten wir im letzten Jahr 7 oder 8 getötete Radfahrer mit LKW. "
Siegfried Brockmann, Chef der Unfallforschung der Versicherer

Die meisten gefährlichen Unfälle passieren zwischen Autofahrern und Radfahrern. Da wird es immer dann besonders gefährlich, wenn Autos beim Rechtsabbiegen den Radfahrer übersehen.

Deshalb: Auch wenn ihr im Recht seid und Vorfahrt habt, im Zweifel lieber zurückbleiben, langsamer fahren oder anhalten, denn für einen rechtsabbiegenden LKW-Fahrer könntet ihr euch im toten Winkel befinden - dann kann er euch gar nicht sehen! 

Grundsätzlich: Defensiv und vorausschauend fahren, weil euch keine Hülle vor einem Zusammenstoß oder Aufprall schützt.

Steigende Gefahr durch Autotüren, die plötzlich geöffnet werden

Unfälle, die Autofahrer verursachen, weil sie plötzlich die Autotüre öffnen, nehmen zu, weil immer mehr Radfahrstreifen auf der Fahrbahn verlegt werden. Die Forscher schätzen: Im Jahr sterben 20 Radfahrer durch unachtsam geöffnete Autotüren, 290 werden dadurch schwer verletzt.

Da ist wichtig zu wissen: ich muss zwar als Fahrradfahrer rechts fahren auf der Straße. Aber: Wenn an der Seite Autos parken, dann ist ein Abstand von rund einem Meter völlig in Ordnung, sagt Roland Huhn, Rechtsreferent des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. 

Selbst wenn das dann zur Folge hat, dass die Autofahrer hinter uns hupen. Hupen sei sogar ein gutes Zeichen:

"Wenn ein Autofahrer hupt, heißt das ja immer hin schon mal, dass er mich gesehen hat, und er wird mich nicht bewusst überfahren."
Roland Huhn, Rechtsreferent Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club

Unfallforscher Heiko Johannsen sagt: die Chance zu sterben ist ohne Helm 1,6 Mal größer, als mit Helm. Der Helm kann schützen, genauso wie sichtbare Kleidung - eine Warnweste zum Beispiel. Aber: Da gibt es dann auch wieder ein Problem, sagen Verkehrsexperten: Mit Warnweste und Helm haben Menschen das Gefühl sicherer zu sein, und fahren dann risikoreicher.

"Alle schweren Radverkehrsunfälle, wo ich schwere Verletzungen des Kopfes habe, waren alle welche, wo der Radfahrer keinen Helm an hatte."
Siegfried Brockmann, Chef der Unfallforschung der Versicherer

Auch Radfahrer tragen oft eine Mitschuld

Zehn Prozent der Radfahrer haben einen Eigenunfall. Also einen Unfall ohne andere Beteiligte. Sie fahren beispielsweise gegen einen Poller, fahren unter Alkoholeinfluss oder gegen die Fahrtrichtung. Bei 40 Prozent der Unfälle mit mehreren Beteiligten sind die Radfahrer zumindest Mitverursacher.