Wie viele Opfer von Erpressungen durch Cyber-Kriminelle werden, weiß niemand. Klar ist aber: Es ist total einfach, Webcams zu hacken. Die Beute der Erpresser: kompromittierende Fotos oder Aufnahmen von Gesprächen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Aber es gibt eine gute Nachricht: Wir können uns dagegen wehren.

Ashley Carman warnt, wir sollen unsere Kameras in Laptops oder Smartphones abdecken. Der Chefredakteur des Onlinemagazins Motherboard, Max Hoppenstedt, klebt seine Webcam ab. Auch die meisten seiner Kollegen machen das.

"Jeder kann zum Ziel von Hackerangriffen werden. Die Folgen können ziemlich fatal werden."
Max Hoppenstedt, Chefredakteur des Onlinemagazins Motherboard

Eine Webcam zu hacken, ist sehr einfach, sagt Max. Es ist relativ simpel und billig online bei Cyberkriminellen Angriffstools zu kaufen, mit denen sich Betriebssysteme, Apps oder  Programme angreifen und öffnen lassen.

In den vergangenen Monaten haben Cyber-Erpressungen zugenommen. Prominente Beispiele: Ransomware oder WannaCry.

"Cyber-Kriminelle haben entdeckt, dass man mit Erpressungen im großen Stil auch Geld verdienen kann."
Max Hoppenstedt, Chefredakteur des Onlinemagazins Motherboard

Was die Kriminellen mit den gehackten Kameras oder Mikrofonen aufnehmen, kann für den Einzelnen großes Erpressungspotenzial haben. Wie viele Fälle es von dieser Kategorie von Erpressungen gibt, weiß allerdings niemand. 

Von den Hackerangriffen Ransomware und WannaCry ist bekannt, dass sie schnell eine große Reichweite erreichen. "Im Tausenderlevel" bewegen sich die Angriffe, vermutet Max. Ähnlich große Reichweiten könnten auch die Angriffe auf Webcams haben.

"Man kann ganz viel selber machen, um sich zu schützen."
Max Hoppenstedt, Chefredakteur des Onlinemagazins Motherboard

Weil das Hacken relativ leicht geht, ist das Abkleben von Webcams nur ein erster Schritt. Darüber hinaus gehört zu den Basics: 

  • gute Passwörter, 
  • Geräte, die sich mit dem Internet verbinden, Kameras und Mikrofone, mit Passwörtern schützen  
  • Systeme regelmäßig updaten. 

Das klingt banal? "Es kommt oft genug vor, dass das Privatpersonen nicht machen", sagt Max.