Auf der 55. Sicherheitskonferenz in München haben sich am Wochenende die Vertreter der militärisch stärksten Staaten der Welt  getroffen. Für den Vorsitzenden Wolfgang Ischinger sehen die Signale nicht gut aus. Unser Korrespondent Klaus Remme sieht das ähnlich. Vertrauen in die internationale Staatengemeinschaft? Fehlanzeige.

Klaus Remme aus unserem Hauptstadtstudio verfolgt die Sicherheitskonferenz in München seit Jahren und war auch dieses Mal wieder mit dabei. Er sieht nur eine sehr geringe Bereitschaft, zusammenzuarbeiten um internationale Konflikte zu lösen. Das Leitmotiv sei Konkurrenz, gepaart mit großem Misstrauen. Spätestens seit 2014 bestimme dieses Misstrauen das Verhältnis zu Russland. Seit der Wahl Trumps durchdringe es immer stärker auch die transatlantischen Beziehungen. Besonders deutlich nehme das Misstrauen auch innerhalb der Europäischen Union zu, beobachtet Klaus Remme. Ebenso gegenüber der wachsenden Supermacht China.

"Nach dieser Konferenz darf man eigentlich keine Zweifel mehr haben, dass die internationale Ordnung unter Beschuss geraten ist. Wir haben auf jeden Fall ein Problem."
Wolfgang Ischinger, Gastgeber der Münchner Sicherheitskonferenz

Genau wie Gastgeber Wolfgang Ischinger sieht auch unser Korrespondent viele Gräben im internationalen System. Für Klaus Remme waren die schwierigsten Themen der hier versammelten Staaten die Gefahr des Auf- und Wettrüstens, die Streitpunkte Iran und Syrien sowie der gesamte Handelsbereich. Letzterer wird auch zur Außen- und Sicherheitspolitik, wenn deutsche Autos von Amerikanern als Bedrohung der nationalen Sicherheit klassifiziert werden oder wenn man sich um russisches Gas so sehr streitet, dass keine Einigung in Sicht ist.

Konferenz scheitert an starren Haltungen und Logistik

Dabei habe die Münchner Sicherheitskonferenz eigentlich enormes Potenzial, sagt Klaus Remme. Selten seien so viele einflussreiche Entscheidungsträger in relativ formloser Atmosphäre zusammen an einem Ort, aber man könne eben die aktuelle Lage höchstens abbilden, wenn alle auf ihrem Standpunkt verharren.

"Ich bin das siebte Jahr dabei und glaube, die Sicherheitskonferenz wird zu groß, findet in zu engen Räumen statt und ist zu ehrgeizig im Programm. Weniger wäre mehr."
Klaus Remme, Deutschlandfunk Korrespondent

"Redet nicht nur übereinander, redet miteinander", hatte Gastgeber Wolfgang Ischinger noch zu Beginn der Konferenz gefordert. Ergebnislos, wie es jetzt scheint. Denn es sei kein wirkliches Gespräch entstanden, sagt unser Korrespondent.