Die aktuelle Dürre im südlichen Afrika sorgt für einen Notzustand für die dort lebenend Menschen und Tiere: Nachdem in den letzten Wochen 200 Elefanten gestorben sind, plant die Nationalparkverwaltung Simbabwes eine gigantische Umsiedlung der Tiere.

In weiten Teilen des südlichen Afrikas herrscht aktuell eine akute Dürresituation: In Angola, Botsuana, Namibia, Südafrika, Sambia und Simbabwe hat es in den vergangenen Wochen so wenig geregnet, wie es zuletzt vor 40 Jahren der Fall war.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) schätzt, dass etwa 45 Millionen Menschen in den nächsten sechs Monaten vom Hunger bedroht sind. Alleine in Simbabwe sind aktuell fünfeinhalb Millionen Menschen, das sind etwa ein Drittel der Einwohner, auf Lebensmittelhilfen angewiesen – ihre Ernte fällt durch die regenfreie Zeit aus.

Mensch und Tier kämpfen ums Überleben

Die Suche nach Nahrung führt zudem immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen und Tieren: In den vergangenen Wochen sind mehrere Menschen umgekommen, als sie ihre Felder vor Elefanten schützen wollten. Die Tiere waren wiederum auf der Suche nach Futter.

200 der Elefanten sind in den letzten zwei Monaten an den Folgen der Dürre gestorben. Jetzt plant einer der größten Nationalparks Simbabwes, der Hwange-Nationalpark, die Tiere in den Süden des Landes umzusiedeln. Das ist eine der größten Umsiedlungsaktionen in der Geschichte des Landes, sagt Jana Genth, ARD-Korrespondentin für das südliche Afrika.

Neben 600 Elefanten sollen 40 Giraffen, 50 Büffel, Dutzende Löwen und Tausende Antilopen in drei Nationalparks im südlichen Teil des Landes ein neues zu Hause finden – dort kommt es teilweise zu Niederschlägen.

"Das wird die größte Umsiedlung in der Geschichte des Landes."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für das südliche Afrika

Nach dem Umsiedeln sei allerdings noch nicht klar, ob die Tiere ihre neue Umgebung auch annehmen, erklärt Jana Genth. Viele Alternativen gibt es allerdings nicht: Bleiben die Tiere im tausend Kilometer entfernten westlichen Teil Simbabwes, werden sie voraussichtlich nicht mehr lange überleben, schätzt ein Parkranger.

Kein Geld vom Staat

Finanzielle Mittel vom Staat erhalten die simbabwischen Nationalparks übrigens nicht. Denn die wirtschaftliche Lage im Land ist schlecht – es mangelt an allem, sagt Jana Genth. Laut eigener Angaben unterstützen mehrere Natur- und Umweltorganisationen die Nationalparkverwaltung. Umgerechnet soll die ungefähr drei Millionen Euro kosten.