In Deutschland leben 17,3 Millionen Leute alleine. Tendenz steigend – und das schon lange. Der Familienhaushalt kommt immer mehr aus der Mode. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs hat sich die Statistik mal genauer angeguckt.

Die Zahl der Singlehaushalte in Deutschland ist seit 1991 deutlich gestiegen. Für rund 17 Millionen Menschen erübrigt sich die Diskussion, wer den Müll runterbringt oder wer mit dem Putzen an der Reihe ist. Das Statistische Bundesamt hat diese Zahl jetzt herausgegeben. Am Dienstag berichtete es darüber, in welcher Zusammensetzung Menschen in den 41,4 Millionen privaten Haushalten in Deutschland leben. Die Ergebnisse stammen aus dem Mikrozensus.

Unsere Reporterin Grit hat vor der Kölner Uni ein paar Leute danach gefragt, ob sie alleine wohnen oder nicht. Amyra ist eine von ihnen. Die 23-Jährige sagt, sie sei einfach kein WG-Typ und habe keine Lust, sich mit mehreren eine Wohnung zu teilen.

"Ich bin schon ein geselliger Typ, aber wenn ich meine Ruhe will, dann möglichst komplett – dann will ich niemandem im Flur, in der Küche oder im Bad begegnen."
Amyra, Studentin

Köln ist eine Stadt mit extrem vielen allein wohnenden Menschen: Jeder zweite Haushalt in der Stadt am Rhein ist ein Singlehaushalt. Auch Simge gehört dazu. Vorher hat sie allerdings mal vier Monate lang in einer WG gelebt – eine Übergangslösung. Sie findet es viel entspannter, wenn sie sich mit niemandem darüber absprechen muss, wer putzt oder wer kocht.

"Auf längere Sicht ziehe ich es vor, alleine zu wohnen. Ruhe haben, keine Absprachen machen zu müssen, wer was macht oder was gekocht wird."
Simge, Jurastudentin

In der Gruppe der Menschen über 65 Jahre leben mehr Frauen alleine als Männer. Da schlägt sich die niedrigere Lebenserwartung der Männer nieder. Bei den Unter-35-Jährigen ist es umgekehrt, da leben mehr Männer alleine. Unsere Reporterin Grit hat bei ihrer Mini-Umfrage nur einen getroffen, Viktor. Der war allerdings nicht so super zufrieden mit seiner Wohn-Situation wie Simge und Amyra.

Kleine Wohnungen sind im Verhältnis teurer

Ein entscheidender Punkt bei der eigenen Wohnung ist natürlich auch die finanzielle Frage. Klar, in einer WG teilt man sich am Ende ja auch nicht nur die Küche, den Flur und das Bad, sondern auch das W-Lan und die Nebenkosten. Das macht was aus. Wer alleine wohnt, lebt meist in kleinen Wohnungen, aber im Verhältnis zu größeren Wohnungen sind sie einfach teurer.

Abgesehen vom Preis der Wohnung, konnten Simge und Amyra nicht so viele negative Seiten des Alleine-Wohnens aufzählen. Außer, dass sie manchmal einfach zu viel kochen, wenn sie Nudeln für nur eine Person in den Topf hauen. Oder der Mindestbestellwert bei Lieferdiensten, den erreicht eine einzelne Person auch nicht unbedingt.