Sie sind kleiner, kostengünstiger und beliebig erweiterbar: Die "Small Modular Reactors", also kleine, modulartige Atomkraftwerke. Sie sollen bald am Fließband produziert werden.

Bisher gibt es nur zwei Reaktoren dieser "Small Modular Reactors", kurz SMR, die bereits in Betrieb genommen wurden. Aber es gibt zahlreiche Pläne, Länder wie China und die USA und Firmen wie Rolls Royce forschen daran.

Kleiner und beliebig erweiterbar

"Klein" ist auch bei Atomkraftwerken relativ. Die modularen AKW brauchen immer noch einige Hektar Fläche. Sie produzieren aber nur - je nachdem - 30 bis 450 statt über 1000 Megawatt.

Besonders ist vor allem, dass sie am Fließband hergestellt werden sollen und dann an den gewünschten Einsatzort geliefert werden. Dort können sie zusammengebaut und beliebig erweitert werden, deshalb auch der Beiname "modular".

Vorteile in der Theorie gibt es viele

Die Liste der prophezeiten Vorteile ist lang. Ein wichtiger Faktor, auf den die Industrie hofft, ist die Kostensenkung, nämlich nur noch ein Zehntel der Kosten eines normalen Kraftwerkes.

"Ob sich das mit der Wirtschaftlichkeit erfüllt, steht in den Sternen. Normalerweise sind kleine Anlagen weniger wirtschaftlich also große."
Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wer Kernkraft unkritisch sieht, kann in den neuen kleinen Kraftwerken eine gute Kombination aus Kernkraft und erneuerbare Energien sehen, da diese viel schneller ab- und zuschaltbar seien als große Kernkraftwerke.

Verlockende auch für kleine Länder

Auch die Bauzeit ist mit 500 bis 600 Tagen deutlich kürzer. Da alle Modelle durch die Massenanfertigung gleich sind, sollte auch der Genehmigungsprozess einfacher sein. Am Ende der Laufzeit würden die Reaktoren einfach zurück ins Werk gebracht und dort abgewrackt werden.

Wegen der geringen Größe können diese Kraftwerke auch verlockend für kleine Länder wie Indonesien sein. "Die haben allerdings keinerlei Erfahrung mit Atomkraft", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Dagmar Röhrlich.

Weltweite Forschungen an SMR

Bisher sind zwei Reaktoren dieser Art in Betrieb. Sie befinden sich an Bord des Schiffs "Akademik Lomossow" und versorgen die sibirische Stadt Pevec und ihre 100.000 Einwohner mit Wärme und Strom. Auch die USA und Kanada stehen kurz vor der Genehmigung einiger „Smart Modular Reactors“, die ab 2025 Strom liefern sollen. China hat Pläne, sogar Bill Gates lässt hierzu bereits forschen.

"Es gibt unglaublich viele verschiedene Modelle, das ist wie ein Kräutergarten von Atomkraftwerken."
Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Sicherheitsmaßnahmen sind von Modell zu Modell unterschiedlich. Im Allgemeinen sind kleine Reaktoren einfacher zu beherrschen.

Dass die kleinen Kraftwerke wirklich funktionieren, müssen sie aber erst noch beweisen.