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Die Smalltalk-Situation ist eher so mittelspannend, und es wird Zeit, das Gespräch zu beenden? Es gibt Tricks, wie ihr euch elegant aus einem gezwungenen Smalltalk winden könnt.

Smalltalk wird schnell zu lang. Das geht aus einem Pychologie-Experiment der Uni Harvard hervor: Rund 250 Teilnehmerinnern und Teilnehmer, die sich nicht kannten, sollten sich im Labor eine Dreiviertelstunde unterhalten - durften das Gespräch aber jederzeit beenden.

Die meisten Teilnehmenden machten klassischen Smalltalk, der oft so langweilig gewesen sein soll, dass man kaum zuschauen konnte, beschreibt der Psychologen-Team die Situation. Vor allem aber kam heraus: Fast 70 Prozent der Teilnehmenden sagten hinterher, dass sie mit der Unterhaltung eigentlich gerne früher aufgehört hätten.

Langeweile wird versteckt

Dasselbe Ergebnis gab es bei einer ergänzenden Online-Befragung mit 800 Personen. Wenn die Befragten eine kürzliche Unterhaltung beschreiben sollten, fanden 70 Prozent sie zu lang. Die Psychologen erklären, dass Menschen aus Höflichkeit ihre Langeweile oder ihr Unbehagen verstecken. Auch sie hätten das Gespräch früher beendet.

Aber wie geht das?

Die Coburger Linguistin Katja Kessel hat eine Dissertation über die "Kunst des Smalltalks" geschrieben. Sie hat dafür 23 deutsche und amerikanische Ratgeber untersucht, darunter auch historische. Wie man einen schönen Smalltalk führen kann, hat sie uns bereits erklärt: Professionell unangestrengt Harmonie schaffen.

Der richtige Zeitpunkt, Smalltalk zu beenden

Katja Kessel weiß auch, wie man den Smalltalk wieder beendet. "Ein Smalltalk sollte so fünf bis zehn Minuten dauern", sagt die Linguistin. "Dann hat man wirklich ein Thema gefunden oder das Gespräch sollte beendet werden." Denn der Smalltalk sei nur der Einstieg in ein richtiges Gesprächsthema.

"Der andere ist wahrscheinlich auch dankbar, wenn ihr das Gespräch beendet, und hat sich einfach nicht selbst getraut."
Katja Kessel, Linguistin

Wird aber dieses Thema nicht gefunden, brauche es jemanden, der richtig durchgreift: "Er sollte sich freundlich für das Gespräch bedanken und einen positiven Schluss finden", sagt Katja Kessel. "Der andere ist dafür dann wahrscheinlich auch dankbar und hat sich einfach nicht getraut, das Gespräch zu beenden." Ein abschließendes "Vielen Dank für das nette Gespräch" sei nicht verkehrt und lässt ein gutes Gefühl zurück.

Schwierig ist es aber, den richtigen Zeitpunkt zu finden: Wann ist der Smalltalk am Ende? "Da muss man sein Gegenüber einschätzen und ein Gespür für entwickeln können", sagt Katja Kessel. Da werden die Antworten einsilbig, es kommen keine Rückfragen mehr, der Blick schweift langsam in die Ferne, manche gehen schon einen Schritt zurück und suchen körperlich den Ausstieg aus dem Gespräch.

Das Gespräch läuft offenbar nicht so. Wer jetzt den Ausstieg sucht, findet ihn - auch zur Freude des Gegenübers.