Heute können Vibratoren mit dem Netz verbunden und über Apps gesteuert werden. Das hat zwar Vorteile und bereichert das Lustspiel, doch einen Haken hat die Sache: Der Hersteller lernt die Gewohnheiten des Nutzers kennen.

Wie oft, wie lange, wo und wann ein Vibrator ein Benutzung ist - das sind Daten, die vermutlich die wenigsten preisgeben wollen. Besonders ärgerlich ist das vor allem, wenn der Hersteller das ohne Einwilligung macht und ein Profil der Nutzerin oder des Nutzers anlegt. So geschehen bei "We-Wibe Rave". Nun erwartet den Hersteller eine Sammelklage in den USA, den sich Millionen Nutzer anschließen könnten.

Vorsicht: Hacker

Der "We-Wibe Rave" ist nicht das erste Modell, das für Schlagzeilen sorgt. Bei der letzten Def Con Hacking-Konferez in Las Vegas haben zwei Hacker aus Neuseeland einen der beliebtesten Smart-Vibratoren gehackt: den "We-Vibe 4 Plus". Die Hacker haben demonstriert, dass die Verbindung zwischen dem Vibrator und der Controll-App nicht sicher ist.

"Die Hacker konnten sich von einem PC aus Zugang zu dem Bluetooth-Chip verschaffen. Sie konnten nicht nur alle Daten auslesen, sondern auch den Vibrator manipulieren."
Martina Schulte, DRadio Wissen

Die beiden Hacker sagen: Wenn jemand den Vibrator von außen manipulieren kann, ist das nicht mehr und nicht weniger als ein sexueller Übergriff. Mit Lioness gibt es zwar Hersteller, die alles daran setzen, die Daten zu verschlüsseln, dennoch gilt beim Kauf: Nicht nur die Farbe oder die Vibrationsrate der Vibratoren checken, sondern auch mal einen Blick auf das Kleingedruckte werfen und im Netz recherchieren, wie das Gerät mit den Daten umgeht.